Kritische Stimmen würden sie gerne verbieten, Befürworter_innen sehen darin eine Möglichkeit zur Lösung der Plastikkrise: Kompostierbare Verpackungen. UnternehmensGrün-Mitglied DENTTABS setzt selber bereits sehr erfolgreich eine für den Industriekompost zertifizierte Verpackung ein, und hat deshalb die Initiative Kreislaufverpackung angestoßen. Gemeinsam mit UnternehmensGrün-Mitglied the nu company, RAPUNZEL, Samova und SONNENTOR (die alle ebenfalls auf zertifiziert kompostierbare Verpackungen setzen) gehen sie damit bis Herbst der Frage nach dem Umgang mit kompostierbaren Verpackungen in der Entsorgung und den ökologischen Auswirkungen nach.
Im Gespräch mit UnternehmensGrün erzählen Nele Keshishian und Fabian Bernnat, die die Initiative bei DENTTABS betreuen, aus ihrer Sicht, wie die Idee entstanden ist und wieso sich sogar Wettbewerber in der Initiative zusammenschließen.

UnternehmensGrün: Wie kam es zu der Idee die Initiative Kreislaufverpackung zu starten?
Nele: Grundsätzlich denken wir bei DENTTABS, dass angesichts des enormen Ressourcenverbrauchs und der riesigen Mengen an Verpackungsmüll (2017 waren es in Deutschland laut Umweltbundesamt insgesamt 18,7 Millionen Tonnen), jedes Unternehmen, das verpackte Produkte auf den Markt bringt, in der Verantwortung steht, sich an Lösungen dafür zu beteiligen.
Es ist auch eine DENTTABS-Überzeugung das eigene Handeln konstant im Sinne der Nachhaltigkeit zu verbessern und wir stehen regelmäßig im Austausch mit anderen, für die das Thema von Relevanz ist. Gerade aufgrund der Komplexität des Themas Verpackung hat es sich schnell angeboten, sich mit anderen Unternehmen zusammenzuschließen, um die unterschiedlichen Perspektiven und Kompetenzen zu vereinen.

UG: Was macht das Thema so komplex?

Fabian: Im Kern geht es um die Frage, unter welchen Bedingungen das ökologische Potential des Kompostierungskreislauf sinnvoll für Verpackungen genutzt werden kann. Der Anteil kompostierbarer Verpackungen am Gesamtverpackungsaufkommen ist noch sehr gering und die Widerstände gegen Veränderung sind groß. Veränderung muss sich ökologisch, aber auch ökonomisch lohnen. Und wie wir dahin kommen können, wollen wir besser verstehen. Dabei spielen neben den ökologischen auch technische, regulatorische und wirtschaftliche Betrachtungen eine Rolle. Hinzu kommen Haltungsfragen. Und das zusammengenommen ergibt eine ziemliche Komplexität.

UG: Wie sind die anderen Mitglieder zu der Initiative gekommen?
Nele: Die anderen Unternehmen sind bei der Initiative dabei, weil sie auch das Thema kompostierbare Verpackung und die Frage nach der größtmöglichen Hebelwirkung bei der Nachhaltigkeit umtreibt. Hinzu kommt die Überzeugung, auf Kooperation zu setzen. Da ist es auch kein Thema, dass sich mit Samova und SONNENTOR (Bio-Tee) Wettbewerber für die Sache zusammentun.

Fabian: The nu company kannten wir natürlich als UnternehmensGrün Mitglied bereits. SONNENTOR, Samova und RAPUNZEL beschäftigen sich auch ausführlich mit Verpackung in ihren Umweltauswirkungen. Daher sind wir mit unserem Anliegen eine Initiative zu starten offene Türen eingerannt.

UG: Was habt ihr mit der Initiative geplant und was möchtet ihr erreichen?
Nele: Zum einen möchten wir das bestehende Wissen in den Unternehmen austauschen (bspw. in einem Online-Roundtable) und zusammentragen. Zum anderen suchen wir in Gesprächen den offenen Dialog mit Akteur_innen des Entsorgungssystems, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Im Herbst möchten wir die Ergebnisse dann zusammentragen, um zu mehr Transparenz und Sachlichkeit in der Debatte beizutragen und Handlungsempfehlungen zu entwickeln, für Unternehmen und idealerweise auch für die Legislatur.