Inspirierende Beispiele aus der nachhaltigen Wirtschaft.


Organic Urban Gardening – Bio-Gemüsegärten zum Mieten

Ende 2012 wird Ackerhelden als erstes Unternehmen für biologisches Urban Gardening in Deutschland von den Essenern Birger Brock und Tobias Paulert gegründet. Ackerhelden vermieten und verkaufen vorbepflanzte Bio-Gemüsegärten und Bio-Hochbeete an Hobbygärtner_innen.

Bald sind auch Unternehmen, Hochschulen und Städte Kunden. Ackerhelden bieten einen ganzheitlichen Service bis hin zu Gesundheitsmanagement sowie Ernährungsberatung an.
Über ihr Bio-Bildungsprojekt „Ackerhelden machen Schule“ staffieren Brock und Paulert von Beginn an bundesweit Kitas und Schulen mit Bio-Gemüsegärten aus. Fast nebenbei entstehen zusätzliche Produkte wie eigenes Bio-Saatgut und Fachliteratur.

Ackerhelden positioniert sich als überregional einziger Anbieter von Bio-Gemüsemietgärten, der aus-schließlich nach Verbandsrichtlinien ökologisch arbeitet. Bundesweit ist Ackerhelden an 20 Standorten in Deutschland vertreten und expandiert nach Österreich.

Zudem ist Ackerhelden der einzige Anbieter von zertifizierten Biogemüsehochbeeten und zeigt so die konsequente Unternehmensphilosophie und den wichtigsten Markenkern: Bio!Die gemeinnützige Organisation „Ackerhelden machen Schule“ wird dank Unternehmenssponsor_innen und Privatspender_innen allein in diesem Jahr über 100 Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet mit Bio-Gemüsehochbeeten versorgen. Dafür werden weitere Unterstützer_innen gesucht!

Öko seit 1979 – Mit Wasserkraft der Gerdau gemahlen

Dass in Bohlsen gemüllert wird, hat Tradition: Schon im 13. Jahrhundert wurde mit einer Wassermühle gemahlen.
Heute ist die Bohlsener Mühle nicht nur Mühle, sondern Bäckerei, Konditorei und moderner Hersteller von Keksen, Crunchy, Müsli, Snäckebrot und vielen weiteren Leckereien.

Neben der Wasserkraft der Gerdau wird deshalb auch Ökostrom benötigt.

Über 260 Mitarbeiter_innen produzieren 650 unterschiedliche Artikel und erwirtschaften damit 17 Millionen Euro, die zu 2/3 in die Region fließen. Sie sorgen durch die Verarbeitung von ökologischen Rohstoffen dafür, dass eine Fläche von 7.000 Fuß-ballfeldern für das benötigte Getreide ökologisch bewirtschaftet werden. Dem mittelständischen Unternehmen bieten sich eine ganze Menge Chancen, die genutzt werden.
Das Engagement in verschiedenen sozialen Projekten, in ökologischen Vereinigungen und Verbänden sowie für den Erhalt und die Entwicklung der Region ist selbstverständlich! Dabei geht die Bohlsener Mühle immer wieder einen Schritt weiter.

So konnte das Unternehmen Erfolge mit dem Anbau von Quinoa in Norddeutschland erzielen und dabei unnötige Transporte vermeiden. Auch bei den entstehenden Abfällen denkt die Bohlsener Mühle lieber in der Kategorie „Möglichkeiten“ statt „Müll“. Daher werden die Dinkelspelzen aus der Mühle mittlerweile für die Wärmeversorgung Bohlsens genutzt. Denn nur eine nachhaltige Wirtschaftsweise wird zukünftig erfolgreich sein. Ökologie und Wirtschaftlichkeit schließen sich dabei nicht aus.

Pionier und Vordenker – Die erste und einzige klimaneutraleBrauerei Deutschlands

Die Traditionsbrauerei Clemens Härle wurde im Jahre 1897 in Leutkirch im württembergischen Allgäu gegründet. Heute liegt die Leitung des Unternehmens, das 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, bei Gottfried Härle, dem Urenkel des Brauereigründers und seiner Nachfolgerin Esther Straub.

Großen Wert legt Gottfried Härle auf eine möglichst umweltbewusste Betriebsführung: „Bier ist ein Naturprodukt, und deshalb müssen gerade wir Brauer alles daran setzen, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten.“ So ist die Brauerei Härle die erste und einzige Brauerei in ganz Deutschland, die ihre Biere zu hundert Prozent klimaneutral herstellt und vertreibt.

Die gesamte Energie, die in der Brauerei Härle eingesetzt wird, stammt aus regenerativen Quellen. Abgefüllt wird das Bier nur in Mehrwegflaschen und Fässer, unnütze Folien aus Aluminium wurden schon längst von den Bierflaschen verbannt. Sämtliche CO2-Emissionen, die beim Transport der Biere und Getränke entstehen, werden kompensiert. Für dieses nachhaltige Unternehmenskonzept wurde die Brauerei mit zahlreichen hochrangigen Preisen ausgezeichnet – darunter dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2010, dem Umweltpreis des Landes Baden Württemberg und dem Deutschen Solarpreis.

Seit zehn Jahren braut die Leutkircher Brauerei neben 15 verschiedenen Biersorten auch hochwertige alkoholfreie Erfrischungsgetränke unter dem Namen „SeeZüngle“. Genauso wie die Braugerste bezieht die Brauerei diese Früchte direkt von heimischen Biohöfen.

Slow Fashion – Mit Bio-Gummibändernaus eigener Produktion

CHARLE fertigt seit dem Jahr 2010 ökologische Kindermode. In Zusammenarbeit mit einer österreichischen Bandweberei entwickelte die Gründerin Mandy Geddert zwei Jahre nach Gründung des Familienunternehmens zudem eigene Bio-Gummibänder. Weil Kinder schnell heranwachsen, entwirft und produziert CHARLE für sie mitwachsende Kleidung nach dem Slow-Fashion-Prinzip.

Die Kleidungsstücke passen über mindestens drei Regelgrößen, sind robust und können an Geschwisterkinder vererbt werden. Bereits bei der Schnittkonstruktion achtet der Familienbetrieb auf Abfallvermeidung und verwendet ökologische Materialien, deren Beschaffung kurze Transportwege aufweist.

CHARLE ist von der Idee getrieben, wertige und zeitlose Kinderbekleidung zu entwickeln, die in ihrer Ästhetik konventioneller Kleidung in nichts nachsteht. Aus dem eigenen Bedarf heraus entdeckte CHARLE eine noch unbesetzte Marktnische: Bio-Gummibänder aus nachhaltiger Produktion. Mit Hilfe eines Spezialisten werden Bio-Gummibänder in diversen Ausführungen für verschiedenste Anwendungsbereiche produziert.

Sie kommen längst nicht mehr nur in der Modeindustrie zum Einsatz, sondern auch in der Spielzeug-, Verpackungs- und Automobilindustrie. Die über 30 unterschiedlichen Bänder vertreibt CHARLE weltweit.

Clever unterwegs – Emissionsfrei von Tür zu Tür

Der Berliner RidePooling-Anbieter CleverShuttle kombiniert einen individuellen, umweltfreundlichen Chauffeurservice und effizientes RidePooling zu einem grünen und günstigen Fahrdienst. Mit Hilfe eines Algorithmus poolt CleverShuttle Fahrgäste mit ähnlichen Routen zu Fahrgemeinschaften und kann so zur Lösung städtischer Verkehrsprobleme beitragen.

Die Flotte besteht dabei ausschließlich aus wasserstoff- und batterieelektrischen Fahrzeugen, sodass die Gäste lokal emissionsfrei von Tür zu Tür befördert werden. CleverShuttle verzichtet auf Subunternehmen und vertraut auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die pro Stunde und deutlich über dem Mindestlohn bezahlt werden.

Rund fünf Jahre nach der Gründung ist CleverShuttle in München, Berlin, Kiel, Stuttgart, Frankfurt am Main, Dresden, Hamburg sowie Leipzig aktiv und befördert 400.000 Fahrgäste pro Monat. 2018 übernahm die Deutsche Bahn die Mehrheit an dem Fahrdienst. CleverShuttle soll das Angebot des größten deutschen Verkehrsunternehmens vervollständigenund die Lücke auf der ersten und letzten Meile vom oder zum Bahnhof schließen.

Stand: November 2019

Bildnachweise:
© ACKERHELDEN © Bohlsener Mühle GmbH & co. KG © Brauerei Clemens Härle kG © CHARLE © CleverShuttle – Finn Fredeweß