Wussten Sie, dass nur 5 von 100 Tassen Kaffee fair gehandelt sind? Jede_r Einzelne kann mit einer bewussten Kaffeewahl zu einer gerechteren und grüneren Welt beitragen.
Doch was bedeutet Nachhaltigkeit im Kaffee-Kontext? Woran erkenne ich Kaffee, den ich guten Gewissens trinken kann? Wir haben Michael Deckers, Leiter für Öffentlichkeitsarbeit und Nachhaltige Entwicklung der Fair Trade Genossenschaft WeltPartner (UnternehmensGrün-Mitglied) interviewt:

Was bedeutet „Fair Trade“ im Kaffeeanbau bei WeltPartner?
„Fairer“ Kaffeeanbau bezieht menschenwürdige wie sichere Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kaffee-Kleinbauernfamilien mit ein. Zunächst geht es um eine faire, transparente Preisgestaltung: WeltPartner eG zahlt einen Fair Trade Kaffeepreis von aktuell 2,30 $ pro Libra Rohkaffee (= 453,6 g). Zum Vergleich: An der Börse wird Kaffee für nur 0,94 $ pro Libra (Stand 18.10.2019) gehandelt – viel zu niedrig für ein ausreichendes Einkommen.

Neben einem garantierten Basispreis erhalten die Kooperativen von WeltPartner u.a. eine Fair Trade Prämie zur Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort (z.B. für Schulstipendien oder Kleinstkredite), eine Prämie zur Stärkung demokratischer Genossenschaftsstrukturen vor Ort sowie einen Bio-Aufschlag für zertifizierten biologischen Kaffee.

Gibt es neben einem fairen Preis noch weitere Kriterien?
Neben der fairen Preisgestaltung sind vor allem langfristige Handelsbeziehungen und Abnahmegarantien, sowie Vorfinanzierungen von großer Bedeutung. Dadurch erhalten die Kleinbauernfamilien finanzielle Stabilität, auch in erntelosen Zeiten.
Zudem endet Fairer Handel für uns nicht am Hamburger Hafen, sondern beginnt direkt vor der eigenen Haustür – gemeinsam mit der BruderhausDiakonie Ravensburg werden integrative Arbeitsplätze für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen geschaffen, die den nachhaltigen Kaffee abfüllen, verpacken und etikettieren.

Was bedeutet „ökologisch-nachhaltig“ im Kaffee-Anbau?
Für einen besonders nachhaltigen Kaffee-Anbau setzen wir von WeltPartner auf Agroforstsysteme, wie sie z.B. bei unseren Handelspartnern in Peru und Burundi umgesetzt werden. Neben Kaffee werden so auch Nutzpflanzen wie Bananen, Obst- und Schattenbäume in Mischkulturen gepflanzt. Hier arbeiten wir eng mit dem Ökoverband Naturland Fair zusammen.
Die Artenvielfalt in einem Agroforstsystem trägt zum Bodenschutz bei, erhöht die Bodenfruchtbarkeit und verringert Bodenerosionen sowie Schädlings- und Krankheitsdruck. Solch ausgeklügelte Anbausysteme sind in Zeiten von Klimaextremen immer wichtiger. Sie leisten einen echten Beitrag für unsere Umwelt und bringen den Kaffee-Kleinbauernfamilien zusätzliche Einkommensquellen, die zur Ernährungssicherung und finanzieller Unabhängigkeit beitragen.

Welche Angebote haben Sie für Unternehmen, die auf nachhaltig zertifizierten Kaffee umstellen möchten?
Unser WeltPartner Kaffeeabo richtet sich explizit an Unternehmen, die ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht werden wollen, während sie ihrem Team Kaffee-Genuss vom Feinsten anbieten möchten. Bereits über 550.000 faire Tassen Bio-Kaffee pro Jahr werden über das WeltPartner Kaffeeabo getrunken. Wir freuen uns über alle, die diesen Weg mit uns gehen möchten.

Weitere Informationen gibt es unter: www.weltpartner.de/kaffeeabo.



Michael Deckers,
Leiter Öffentlichkeitsarbeit & Nachhaltige Entwicklung
WeltPartner eG
www.weltpartner.de