Pflanzenschutzmittel sind mit zahlreichen Risiken für die Umwelt verbunden und wirken sich zudem negativ auf die biologische Vielfalt aus. Während der Absatz von Pflanzenschutzmitteln seit Jahren auf unverändert hohem Niveau stagniert, nimmt die Biodiversität in der Agrarlandschaft weiter ab.

Eine Agrarwende ist unumgänglich, um auch noch in Zukunft Landwirtschaft betreiben zu können. Hierzu müssten bäuerliche Betriebe politisch und finanziell gestärkt werden, die Vorgaben für eine wesensgerechte Tierzucht überarbeitet und eine ökologische, klimaschützende und insektenfreundliche Landwirtschaft konsequent gefördert werden.

Die Vielzahl der Forderungen ist absolut notwendig, und trotzdem soll der Blickwinkel an dieser Stelle verengt werden. Wenn es unser gesellschaftliches Ziel ist Klimaschutz, Ökologie und Insektenschutz zu realisieren, dann ist es absolut sinnvoll diese Ziele vom Boden aus zu denken. Der Boden liefert uns 90 % aller Nahrungsmittel und seine Gesundheit und Fruchtbarkeit muss für eine enkeltaugliche Landwirtschaft erhalten werden. Durch schonende Bodenbearbeitung, den Verzicht auf Pestizide und gezielten Humusaufbau kann bäuerliche Landwirtschaft Klimaschutz leisten. Indem der Aufbau einer Humusschicht im Boden gefördert wird, findet die Speicherung von Kohlenstoff und weiteren Nährstoffen exakt dort statt, wo sie gebraucht werden. Das ist nicht nur gut fürs Klima, sondern auch für das Bodenleben. Und das Bodenleben ist der Schlüssel zu nachhaltig fruchtbaren Böden, da sie die Pflanzen mit Nährstoffen und Spurenelementen versorgen. Anja Carsten von UnternehmensGrün-Mitglied hubus: “Unser agrarindustriell geprägtes Verständnis von Bodenfruchtbarkeit ist stark verarmt. Wir denken in “Nahrungsergänzungsmittel” für den Boden. Wenn wir den Boden aber mit synthetischen Düngern versorgen, dann lassen wir das Bodenleben verhungern. Füttern wir stattdessen das Bodenleben mit Ernterückständen und Kompost, dann arbeitet es auf natürliche Weise für die Pflanzenversorgung und die Pflanzengesundheit.”

Soviel zu Theorie und Praxis. Jetzt müssen diese Erkenntnisse flächenwirksam umgesetzt werden, indem Druck auf die Politik ausgeübt wird. Deswegen: Am 18.1.2020 zur „Wir haben es satt“-Demo die Stimme erheben! Das Momentum der gesellschaftlichen Mobilisierung, das aufgrund des politischen Versagens vor allem durch die Fridays For Future-Bewegung geschaffen wurde, wird sich am 18. Januar hoffentlich durch besonders hohe Teilnehmerzahlen erneut zeigen. In Berlin startet die Demonstration um 12h am Brandenburger Tor. Mehr Informationen gibt es hier: www.wir-haben-es-satt.de/informieren/aufruf