Am 6.11.2019 traf Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundeskanzleramt Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen mit besonders vorbildlichem Nachhaltigkeitsengagement. Im Mittelpunkt des Gespräches stand die Frage, wie die Wirtschaft zur Umsetzung der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung beitragen kann. Als Best-Practice-Beispiel war u.a. Bio Wasch- und Reinigungsmittelhersteller und UnternehmensGrün-Mitglied SODASAN geladen.

Wir haben SODASAN Geschäftsführerin Kerstin Stromberg gefragt, was nachhaltig wirtschaftende Unternehmen anders machen und wie die Politik sie unterstützen kann:

Was machen nachhaltig wirtschaftende Unternehmen anders?
Kerstin Stromberg: Für ein Unternehmen, in dem Nachhaltigkeit originärer Gründungsimpuls war, ist diese Frage schnell anhand der Firmenbiografie beantwortet: Konsequent ökologische Produkte, anders wirtschaften und ethisch handeln waren von Beginn an integrale Bestandteile und sind fest in der Unternehmenskultur verankert. Gewinnmaximierung ist ausdrücklich kein in der Firmenphilosophie verankertes Unternehmensziel.

Eines unserer wichtigsten Kriterien bei der Produktentwicklung ist der Verzicht auf petrochemische Rohstoffe. Sie verursachen CO2, sind endlich und nicht in natürliche Kreisläufe zurückzuführen. Das Umweltbundesamt allerdings favorisiert Wasch- und Reinigungsmittel, die mit der EU-Blume ausgezeichnet sind. Dieses Siegel lässt auch den Einsatz von petrochemischen Rohstoffen zu. Wenn man Nachhaltigkeit ernst meint, sollte man diese Haltung aus unserer Sicht dringend überprüfen – zumal Unternehmen wie wir über die gesamte Produktpalette darstellen können, dass dies durchaus möglich ist.

Wo kann Politik Sie unterstützen? Was wünschen sich nachhaltige Unternehmen aus Sicht Ihrer Branche von der Bundesregierung?
Kerstin Stromberg: Eine nachhaltige Wirtschaftsordnung muss als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden. Aus unserer Sicht sind hierfür deutlichere Transformationen erforderlich. Ein integrales Verständnis der drei Nachhaltigkeitssäulen muss sich in allen gesellschaftlichen Bereichen wiederfinden – also auch im Steuersystem, Verwaltungen, Behörden, bei der Förderung von Forschung & Entwicklung usw. und dürfen nicht wie bisher isoliert betrachtet werden. Für diesen sehr weitreichenden – und aus meiner Sicht alternativlosen – Schritt muss die Politik den Rahmen vorgeben.

Alle Teilnehmer_innen am Treffen mit Angela Merkel:

  • Prof. Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rats für Nachhaltige Entwicklung
  • Birgit Bohle, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom AG
  • Dr. Daniela Büchel, Bereichsvorstand Handel Deutschland REWE Group
  • Ralf Putsch, Geschäftsführender Gesellschafter KNIPEX-Werk C. Gustav Putsch KG
  • Stefan Schulze-Hausmann, Initiator und Vorstand des Stiftungsvereins Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V.
  • Kerstin Stromberg, CEO Sodasan Wasch- und Reinigungsmittel GmbH
  • Michael Wiener, CEO DSD – Duales System Holding GmbH & Co. KG

Gruppenfoto im Bundeskanzleramt © Ralf Rühmeier