Brüssel, 27. September 2019: Rund 50 Prozent der Treibhausgasemissionen entfallen auf die Herstellung von Materialien und Produkten. Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es daher eine engagierte Kreislaufwirtschaftspolitik. Als Input für den „EU Green Deal“ hat Ecopreneur.eu dafür weitreichende Vorschläge.

Die stark wachsende Besorgnis der europäischen Bürger über die negativen Auswirkungen des Klimawandels hat dazu geführt, dass die EU-Institutionen dem Klimaschutz mittlerweile hohe Priorität einräumen. Ein erster wichtiger Schritt ist, das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 verbindlich zu verankern. Um dieses auch zu erreichen, ist die Einführung einer starken Kreislaufwirtschafts­politik dringend erforderlich, wie verschiedene aktuelle Studien zeigen.

„Ein großer Teil der globalen Treibhausgasemissionen fällt bei der Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen sowie bei der Herstellung von Waren an. Wir müssen daher die Art und Weise, wie wir Produkte designen, herstellen und verwenden, grundlegend ändern “, sagt Manfred Mühlberger, Vorsitzender von Ecopreneur.eu, des Europäischen Dachverbandes nachhaltiger Wirtschafts­organisationen. “Ecopreneur.eu hat weitreichende politische Empfehlungen ausgearbeitet, um die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft wesentlich zu beschleunigen. Damit könnte die Industrie in der EU etwa die Hälfte des Weges zu Netto-Null-Emissionen beschreiten.”, ergänzt Arthur ten Wolde Geschäftsführer von Ecopreneur.eu.

Umfassendes Ökodesign, Wartung, Reparatur und Sharing von Produkten sind zentral, um deren Lebensdauer zu erhöhen und den Materialverbrauch deutlich zu reduzieren. Kreislaufwirtschaft bedeutet auch, Abfälle, anstatt sie zu verbrennen und zu deponieren, als Sekundärrohstoffe weiterzuverwenden und damit mehr und mehr neuen Materialien zu ersetzen, die hohe Treibhausgas-Emissionen verursachen.

Wesentliche Steuerungsmaßnahmen sind finanzielle Anreize, etwa eine erweiterte Hersteller­verantwortung, niedrige Mehrwertsteuersätze für Reparatur und Sekundärrohstoffe und eine Verlagerung der Steuerlast von Arbeit zu Ressourcen. Damit werden klare Preissignale an den Markt gesendet. Die Beschaffung ist ein wichtiger Hebel, um die Nachfrage nach kreislauf-orientierten Produkten und Dienstleistungen zu erhöhen. Zusammen mit gezielter Innovationspolitik und -programmen, Regulierung, Handelspolitik und weiteren freiwilligen Maßnahmen entstehen so die Rahmenbedingungen für eine umfassende Kreislaufwirtschaft, die auch Millionen von Arbeitsplätzen schaffen kann.

Bisher wurden nur wenige konkrete Maßnahmen umgesetzt. Jetzt ist es höchste Zeit, dass alle gemeinsam daran arbeiten, dass die Kreislaufwirtschaft rasch und umfassend Realität wird!

Die Report “Meeting the Climate Goals requires strong Circular Economy Policies” finden Sie unter: https://ecopreneur.eu/publications/positionpapersreports/


ÜBER ECOPRENEUR.EU

Ecopreneur.eu stellt auf europäischer Ebene Weichen für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik, um den dafür notwendigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in ganz Europa und darüber hinaus zu unterstützen. Dazu vertritt Ecopreneur.eu diese Themen in die politische Diskussion auf europäischer Ebene aus der Sicht von engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern und trägt ihre Anliegen an die europäischen Entscheidungsträger heran. Ecopreneur.eu ist eine gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, die derzeit sechs nachhaltige Wirtschaftsorganisationen aus sechs EU-Mitgliedstaaten umfasst. Zusammen repräsentieren sie über 3.000 grüne Unternehmen, hauptsächlich KMU. www.ecopreneur.eu


KONTAKT INFORMATIONEN
Weitere Informationen erhalten Sie von Arthur ten Wolde, Geschäftsführer von Ecopreneur.eu, unter tenwolde@ecopreneur.eu, +31 6 1319 6238