Die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (SDGs) können nur erreicht werden, wenn auch Wirtschaftsunternehmen diese in ihre Strategie aufnehmen und umsetzen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) äußern immer stärker den Wunsch nach Orientierung, wie sie die global anerkannten Ziele glaubwürdig verankern können. Wie kann Rainbow Washing (Greenwashing mit den SDGs) umgangen werden? Sind wirklich alle 17 Ziele für Unternehmen relevant?

Am 7. Mai trafen sich mehr als 20 Unternehmensvertreter_innen, um gemeinsam zu diskutieren was insbesondere KMU für die Umsetzung der SGDs benötigen. Einführend stellte Dr. Katharina Reuter (UnternehmensGrün) bereits bestehende Ansätze zur Integration der SDGs in Unternehmen vor.

Philipp Dahl (akzente) stellte im Anschluss das Pilotprojekt „SDG-Wegweiser für KMU“ vor, das KMU in Bayern in der Umsetzung der SDGs unterstützt und in einem Wegweiser für KMU mündet. Er berichtete von einem starken unternehmerischen Interesse an den SGDs und wies darauf hin, dass insbesondere Kleinstunternehmen mit begrenzten Kapazitäten pragmatische Ansätze für den Umgang mit den SDGs benötigen.

Mit einem Praxisbeispiel brachte Maurice Attenberger (GLS Bank) die Wirkungsmessung des Anlage- und Finanzierungsgeschäfts der GLS Bank ein, die anhand von Zukunftsbildern die Wirkung der finanzierten Projekte herausstellt, wodurch diese auch mit den SDGs verlinkt werden können. Wichtig sei eine nachhaltige Ausrichtung im Kerngeschäft. Er stellte eine Verwässerung im Umgang mit den SDGs fest und forderte eine konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit dem Für und Wider der 17 Oberziele und 169 Unterziele.

In dem anschließenden Workshop wurden mit den Teilnehmer_innen über Instrumente zur Umsetzung der SGDs, die inhaltliche Ausarbeitung in den Unternehmen und Fallstricke sowie Glaubwürdigkeit in der Umsetzung der SGDs diskutiert. Die SDGs bringen vor allem Klarheit in Nachhaltigkeitsfragen. Eine Gefahr läge in der Fremdnutzung der SGD-Icons. Darstellungen in Anlehnung an die bunten Kacheln der SGDs würden Verbraucher_innen und Interessierte in die Irre führen.

Als Fazit der Runde wurde die große Chance der SDGs herausgestellt, da Regierungen und Wirtschaft die gleiche Sprache sprechen. Andrea Klepsch (modem conclusa) erkannte die SGDs als ein globales kollektives Instrument an, das genutzt werden müsse.