„Nachhaltigkeit und Digitalisierung – wie passt das zusammen?“ – war Thema der Jahrestagung der Heinrich-Böll Stiftung Schleswig-Holstein am 07. März 2019 im Atelierhaus im Anscharpark in Kiel.  Jacob Blasel und Hannah Lüthje von der Schüler-Bewegung FridaysForFuture, Jan Philipp Albrecht (Digitalisierungsminister in Schleswig-Holstein), Lorenz Hilty (Professor für Nachhaltigkeit und Digitalisierung an der Uni Zürich) und Katharina Reuter (Geschäftsführerin von UnternehmensGrün) sprachen über die Chancen und Risiken der Digitalisierung in Bezug auf Nachhaltigkeit.

Im Fokus stand die Frage welchen Beitrag Technik zum Klimaschutz leisten kann. Für den Aufbau der Bewegung „FridaysForFuture“ sei Technologie essentiell, um schnell und weltweit eine Vernetzung herzustellen und Aktivitäten zu planen, so Blasel und Lüthje.

Reuter warnte vor einer „materiellen Nicht-Nachhaltigkeit“ und forderte strengere politische Rahmenbedingungen, etwa wie im Kartell- oder Wettbewerbsrecht oder auch mit Blick auf die Reparierbarkeit von technisschen Geräten. Durch die Digitalisierung würden keine globalen Herausforderungen, wie der Klimawandel, nebenbei gelöst. Die Digitalisierung biete aber positive Ansätze für mehr Nachhaltigkeit, beispielsweise Smart Cities, smarte Mobilität oder open source Modelle.

In den letzten 50 Jahren sei Elektronik immer energieeffizienter geworden, ohne dass wir es merken, so Hilty, „alle 19 Monate kann ich in der digitalen Welt das Gleiche tun mit der Hälfte des Energieaufwands.“ Das Problem sei vielmehr, dass die Ansprüche der Nutzer_innen synchron mit der technischen Effizienz steigen. Solange es keine Rahmenbedingungen für Wachstum gäbe, wird die technische Effizienz nicht zu nachhaltigen Lösungen führen.

Die Politik bemühe sich bereits um Rahmenbedingungen, wie der dauerhaften Unterstützung von technischen Geräten, so Albrecht. Die wichtigste Fragestellung sei, inwiefern sich der Einsatz von Technologie lohne und was damit erreicht werden solle.

Beitrag in den Kieler Nachrichten vom 11.03.2019