Gesundheit der Kakaobäuerinnen und -bauern, SDGs und Sorgfaltspflicht: auf der siebten „Chocoa Konferenz 2019“ in Amsterdam wurde vom 21. bis 22. Februar 2019 unter dem Motto „Choconomics & Chocopolitics“ erstmalig Politik in den Fokus gerückt. UnternehmensGrün-Vorständin Alyssa Jade McDonald-Bärtl hat in einem gemeinsam Beitrag mit Professor David Guest den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Wohlstand von Kakaofarmer_innen und der Ernteproduktivität präsentiert.

Aufgrund verschiedener Gesundheitsprobleme seien Kakaobäuerinnen und -bauern aktuell nicht in der Lage, ihre laufende Arbeit so auszuführen, dass ihnen und ihren Familien ein sicheres Einkommen gewiss ist. Es sei somit wichtig, dass Richtlinien für Gesundheit, ein Ausbau der Landwirtschaft und eine Entwicklung der Existenzgrundlagen weiter durch ambitionierte Rahmenbedingungen für die Industrie priorisiert werden. Der alleinige Fokus auf die Kakaoerträge müsse enden. McDonald-Baertl untersucht derzeit in einer Langzeit-Studie, wie effektiv Themen rund um Gesundheit, Einkommen und nachhaltige Anbaumethoden vermittelt werden.

Die SGDs und deren Umsetzung wurden in einem Panel mit dem Journalisten Oliver Nieburg thematisiert. Dieser untersuchte, welches der 17 Ziele im Fokus von kakaoverarbeitenden Unternehmen stehe. Die Landnutzung (SGD 15: Leben an Land) hat laut seinen Untersuchungen Priorität aufgrund der Abholzung für die extensive Landnutzung. Die Ziele zur Reduzierung der Armut (SDG 1) und des Hungers (SDG 2) wurden hingegen am wenigsten thematisiert.

Auch der Sorgfaltspflicht (Due Diligence) wurde auf der Konferenz Raum geboten. Antonie Fountain, Co-Autorin des jährlichen „Cocoa Barometers“, skizzierte die Argumente für die Sorgfaltspflicht von Unternehmen als Instrument für mehr Gleichberechtigung entlang der Wertschöpfungskette. Erträge multinationaler Unternehmen übersteigen immer öfter das BIP des Landes mit denen sie zusammenarbeiten. Fountain schlägt deshalb ein Rahmenwerk zur Bewertung von Risiken, deren Monitoring und Lösung sowie Messung der klassischen unternehmerischen Sorgfaltspflicht bei der Beurteilung von Prozessen der Wertschöpfungskette vor. UnternehmensGrün wird die Entwicklung hier beobachten. Der Vorschlag würde einen Beitrag zu mehr Transparenz und der Entwicklung hin zu wahren Preisen leisten, so McDonald-Baertl. Es gäbe weiterhin einen signifikanten Unterschied zwischen den Erwartungen der Konsument_innen und der Lebensrealität der Kakaofarmer_innen.

Zum Thema nachhaltige Kakaobeschaffung wird McDonald-Bärtl auch auf dem Food Innovation Camp in Hamburg am 20. Mai 2019 in ihrem Beitrag „How to buy crops from a developing country and help farmers” sprechen. UnternehmensGrün ist Partner des Food Innovation Camps.

Neben ihrer Tätigkeit als Vorständin bei UnternehmensGrün ist Alyssa Jade McDonald-Bärtl Farmerin in der dritten Generation. Während ihre Vorfahren Kautschuk in Papua-Neuguinea anbauten, fokussiert sie sich auf den Kakaoanbau in Ozeanien und dem Südpazifik. Sie teilt die dortigen Erkenntnisse aus über 100 Jahren Kulturanbau mit Unternehmen in Deutschland, die authentischen und ethischen Kakao (ebenso wie Kaffee, Tee, Zucker, Kautschuk, Kokosnüsse, Nüsse, Früchte, …) beschaffen wollen.