„Wir können die SDGs als Leitfaden dafür nutzen, um zu verstehen, was in der Welt wirklich wichtig ist“ – mit diesen Worten eröffnete Georg Schweisfurth seinen Vortrag. Der Geschäftsführer des ökologischen Seminarhotels Gut Sonnenhausen und Mitinitiator der Hermannsdorfer Landwerkstätten und der Basic AG stellte fest, dass er sich in seinem bisherigen Wirken bereits für die SDGs (Sustainable Development Goals) eingesetzt habe, ohne zu wissen, dass es sie gibt.

Am 20. Juni lud UnternehmensGrün zusammen mit seinen Mitgliedsunternehmen modem conclusa, talents4good, mërz punkt sowie der GreenCity e.V. zur Veranstaltung „SDGs praxisnah umsetzen – Nachhaltig wirtschaften heißt „17-Kämpfer_in“ sein!“ ein. Über 70 Teilnehmende lauschten in den Räumen der GLS Bank den Impulsvorträgen und brachten ihre bisherigen Erfahrungen und Fragen zu den SDGs ein.

Als Gastgeber eröffnete Dominik Kohlschütter von der GLS Bank München den Abend. Er gab einen Einblick in die Berücksichtigung der SDGs im Nachhaltigkeitsreporting der ethisch-ökologischen Bank. Es gehe darum, den Kern der SDGs zu wahren und eine Wirkungstransparenz herzustellen. Andrea Klepsch, Agenturchefin von modem conclusa, auf deren Initiative die Veranstaltungsreihe in München zurückgeht, stimmte die Teilnehmenden auf den Abend ein: „Die Agenda 2030 mit ihren 17 globalen Nachhaltigkeitsziele birgt eine große Chance für einen Quantensprung in der Evolution der menschlichen Zivilisation. Ein Erfolgsmoment ist SDG 17, das uns zu Partnerschaften zur Erreichung der Ziele aufruft. Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen wir einen Teil dazu beitragen.“ Carola von Peinen, Vorständin von UnternehmensGrün und Gründerin von Talents4Good, ergänzte: „Mit den SDGs haben wir endlich Ziele und eine gemeinsame Sprache, die uns helfen sektorenübergreifend an einem Strang zu ziehen. Denn nur gemeinsam können wir es schaffen, eine grundlegend neue Richtung einzuschlagen.“ Prof. Franz-Theo Gottwald, Vorstand der Schweisfurth Stiftung und Autor, bekräftigte in seinem Impuls: „Ziel ist es, so zu wirtschaften und zu leben, dass keine Verletzungen oder Zerstörungen entstehen – do no harm“. Er ging auf die Wirkung von Bildern ein und zeigte verschiedene Darstellungen der SDGs, z.B. einen Kreis als Verbundenheitszeichen der SDGs oder auch eine „Hochzeitstorte“ (verschiedene Ebenen) als Symbol, dass Wirtschaft und Gesellschaft immer umgeben sind von der Biosphäre, die es zu schützen gilt. Zudem sei eine Bewusstseinstransformation erforderlich: „Wenn wir uns wirklich auf die SDGs einlassen, ändern sich die Spielregeln!“ Dabei spiele vor allem Bildung für nachhaltige Entwicklung eine besondere Rolle, z.B. bei Schulungen von Verkaufspersonal.

Im interaktiven Teil der Veranstaltung waren alle Teilnehmenden eingeladen sich mit ihren Fragen, Erfahrungen oder auch Impulsen zu den SDGs einzubringen. Dabei stand vor allem die Frage im Raum, wie die SDGs praxisnah in den Unternehmen verankert werden können. Gefordert wurden u.a. mehr Aufmerksamkeit für die Nachhaltigkeitsziele sowie mehr Engagement von Seiten der Politik in der Umsetzung.

Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün: „Die nachhaltigen Unternehmen zeigen einmal mehr, dass sie wahre Vordenkerinnen und Vordenker sind. Viele haben die SDGs zumindest in Teilen bereits umgesetzt, bevor diese überhaupt formuliert wurden. Andere Unternehmen sollten sich daran ein Beispiel nehmen!“

Fotos: © modem conclusa und UnternehmensGrün