Nachhaltige Gründungen an Schulen fördern – das ist das erklärte Ziel des Projektes StartGreen@School. Wie können Schulen davon profitieren und welche konkreten Angebote gibt es? Dazu haben wir mit Franziska Keich, Leiterin des Verbundprojektes bei UnternehmensGrün, gesprochen.

StartGreen@School fördert eine „nachhaltige Gründungskultur“ an Schulen. Was genau bedeutet das?

Franziska Keich: Mit StartGreen@School verknüpfen wir die Themen Nachhaltigkeit und Entrepreneurship/Gründungen. Laut dem Global Entrepreneurship Monitor 2014 ist die schulische Gründungsausbildung einer der größten Schwachpunkte in Deutschland. Die Expertinnen und Experten fordern das Thema mehr in den Schulalltag zu integrieren.

Wir wollen daher Jugendliche bereits in der Schule dazu ermutigen, eine neue Schülerfirma zu gründen oder bestehende Schülerfirmen nachhaltiger auszurichten. Wichtig ist uns aber auch, die Persönlichkeitsentwicklung der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Durch die Mitarbeit in einer nachhaltigen Schülerfirma lernen sie Verantwortung zu übernehmen, Teamfähigkeiten, erfahren Selbstwirksamkeit und steigern ihr Selbstbewusstsein – alles zentrale Kompetenzen, die nicht nur in der Wirtschaft, sondern in der Gesellschaft allgemein gebraucht werden.

Mit „Nachhaltigkeit“ meinen wir übrigens alle vier Säulen – wirtschaftlich, ökologisch, sozial und kulturell.

Was bietet das Projekt den Schulen?

Keich: Wir bieten Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte, Besuche der Schülerinnen und Schüler bei nachhaltigen Unternehmen, Coachings oder die Vernetzung mit Start-ups für bestehende Schülerfirmen. Außerdem prämieren wir die besten Nachhaltigkeitskonzepte von Schülerfirmen mit dem StartGreen@School-Award – die nächste Bewerbungsphase beginnt am 1. April 2018.

Die Angebote sind grundsätzlich für alle Schulformen und Jahrgangsstufen offen und können auf verschiedenste Weise in den Schulalltag integriert werden. Wir haben Angebote für Schulen mit schon bestehenden Schülerfirmen – wollen aber auch die Gründung von neuen Schülerfirmen anregen.

Was ist das Besondere an StartGreen@School?

Keich: Das Besondere ist, dass die Schulen durch die Beteiligung am Projekt das Thema „Nachhaltiges Wirtschaften“ gleichzeitig mit dem Gründungsgedanken adressieren können. Wir regen Schülerinnen und Schüler dazu an, sich mit den sozialen und ökologischen Auswirkungen ihres Handelns zu beschäftigen. Damit holen wir die Jugendlichen bei einem zentralen Thema ab – so zeigt zum Beispiel die BMUB-Jugendstudie „Zukunft? Jugend fragen“, dass Umwelt- und Klimaschutz für viele junge Menschen eine sehr wichtige Rolle spielt.

Warum engagiert sich UnternehmensGrün im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung?

Keich: Das Thema nachhaltiges Wirtschaften auch an die nächsten Generationen weiterzugeben, ist bei UnternehmensGrün schon seit zehn Jahren fester Bestandteil der Projektarbeit. Wir erleben leider immer noch, dass die Themen Nachhaltigkeit und Green Economy kaum in den Schulen verankert sind – natürlich mit Ausnahmen, wenn engagierte Lehrinnen und Lehrer eigene Schwerpunkte setzen. Studien zeigen zudem immer wieder, dass Jugendliche in Deutschland ein geringes Wissen zum Thema „Wirtschaft“ bzw. Entrepreneurship haben. In vielen Lehrplänen ist das Thema Wirtschaft gar nicht vorgesehen. Hier setzen wir an und bringen zusätzlich das Thema „Nachhaltigkeit“ mit ein – denn wir sind überzeugt, dass die Transformation der Wirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit eine zentrale Aufgabe unserer Zeit ist.

Vielen Dank für das Interview!

Hier können sich Schulen anmelden: http://startgreen-at-school.bildungscent.de/bewerbung

StartGreen@School: https://start-green.net/school

StartGreen@School-Award: https://start-green.net/school/award

StartGreen@School ist ein gemeinsames Projekt von UnternehmensGrün e.V., Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit gGmbH, Institut Futur der FU Berlin und BildungsCent. StartGreen@School wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.