Bereits zum 2. Mal findet das BiolebensmittelCamp statt – in diesem Jahr auf dem Landgut Stober (Mitglied bei UnternehmensGrün) in Brandenburg. Das BiolebensmittelCamp ist ein impulsgebendes, unabhängiges BarCamp (offene Tagung mit offenen Workshops) zu den Themen Biolebensmittel und Naturkost und spricht wichtige Fragen an, wie z.B. “Is(s)t Bio nachhaltig?” und “Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit – wie kann das funktionieren?” UnternehmensGrün ist Partner der Veranstaltung.

Wir haben mit Gründer und Veranstalter Wolfgang Falkner gesprochen:

Warum veranstaltet ihr das Biolebensmittelcamp?
Mit dem BiolebensmittelCamp wollen wir Gleichgesinnte zusammenbringen, damit diese über wichtige und auch brisante Themen ganz offen und in entspannter Atmosphäre diskutieren können. Dabei entsteht sehr viel Neues. So profitiert nicht nur der einzelne durch neue Ideen und neue Kontakte, sondern auch die Bio-Branche insgesamt. Für uns als Veranstalter ist das eine sehr schöne und vor allem sinnstiftende Arbeit. Sieht man während der Veranstaltung in die vielen zufriedenen Gesichter, wissen wir, dass sich die Mühe gelohnt hat. Natürlich könnte ich hier auch alle einzelnen Highlights aufzählen, aber ein Blick in den Veranstaltungsplan verrät hier mehr.

Welche Branchen nutzen das Camp besonders gern? Gibt es Schwerpunkte bei der Anmeldung?
Aktuell stehen wir bei 100 Anmeldungen, d.h. es sind noch freie Plätze zu vergeben. Wichtig ist, dass der Branchen-Mix stimmt, damit Themen auch von unterschiedlicher Seite betrachtet werden. Deshalb gibt es Kontingente für Hersteller, Marken, Rohstoffe, Landwirtschaft, Handel, Gastronomie, Hotellerie, Verbände, Regionen, Berater, Agenturen, Universitäten, Studenten, Journalisten, Blogger. Im Bereich Agentur & Beratung sind wir schon bei einer Warteliste angelangt. Wer einen Blick auf die Teilnehmerliste wirft, kann sehen, wo es noch freie Plätze gibt. Wir freuen uns sehr, dass viele junge, engagierte Bio-Enthusiast_innen dabei sind. Danke an dieser Stelle fürs Weitersagen!

Welche Themen werden 2018 zur Sprache kommen?
14 spannende, teils sehr brisante Themen wurden bisher von den Teilnehmenden eingereicht. So möchte beispielsweise Jan Niessen (Bioland) darüber mit den Teilnehmenden sprechen, ob Bio für alle (aktuell) überhaupt funktioniert und was dafür notwendig ist. Tobias Stieber (Triodos Bank) möchte eine Diskussion zum Thema „Finanzierung von nachhaltigen Unternehmen“ anstoßen. Themen sind aber auch die Generationennachfolge, Bio-Rohstoffe, Gemeinwohlbilanz oder Grundsatzfragen: „Wie nachhaltig können wir heute leben und handeln?“ oder „Wie kommt man schon in jungen Jahren aus dem Hamsterrad der Marktwirtschaft heraus?“. Besonders freut es mich auch, dass Katharina Reuter (UnternehmensGrün) sich dem Thema „Wahre Preise“ annimmt.

Beim BiolebensmittelCamp kann man, sowie bei anderen BarCamps, selbst Themen einreichen. Wie funktioniert das?
Ja, das kann man. Die Themeneinreichung der Teilnehmenden ist das Herzstück und macht ein offenes Format wie das BiolebensmittelCamp aus. Damit ist gewährleistet, dass jede_r Teilnehmer_in einen Beitrag leisten kann. Wie die Themeneinreichung funktioniert? Ganz einfach. Wir brauchen einen knackigen Titel plus 3-4 konkrete Fragestellungen, die gemeinsam in der Session behandelt werden. Einreichen kann jeder, der auch an der Veranstaltung teilnimmt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man Expert_in oder Newbie ist. Wichtig ist, dass man etwas bewegen möchte. Wird das Thema von den anderen Teilnehmenden vor Ort gewählt, unterstützt ein_e Moderator_in und auch ein_e Mindmapper_in, der die Ideen „on-the-fly“ einfängt. Damit entsteht eine sehr hochwertige und umfangreiche Dokumentation des Wochenendes.

Kommt es vor, dass die Veranstaltung zu Verbindungen/ neuen Projekten führt, die dann nach dem Camp umgesetzt werden?
Ja, immer wieder höre ich von Geschichten, in denen bei Camps langjährige Partnerschaften geboren wurden. Der Vorteil eines BarCamps ist, dass die Teilnehmenden in einer sehr entspannten Umgebung auf Augenhöhe zusammenkommen. Auch das „Du“ baut Barrieren ab. Ideal ist dabei, dass die Fachveranstaltung über ein Wochenende stattfindet und dass es gemeinsame Abende abseits der Sessions gibt. Das Netzwerken wird einem hier extrem leicht gemacht. Ich habe bisher nach insgesamt 13 Camps, die wir veranstaltet haben, noch nie gehört, dass jemand mit Nix wieder nach Hause gefahren ist.

Groß Behnitz liegt mitten in Brandenburg – gibt es Ideen, während des Camps mit dem Ort/ der Region in Interaktion zu treten?
Ja! Am Freitag gibt es eine Pre-Convention-Tour. Wir fahren nach Barnim in Brandenburg zum Ökodorf Brodowin. Wer das noch nicht gesehen hat, sollte sich das auf jeden Fall nicht entgehen lassen. Über 100 Mitarbeitende erzeugen und verarbeiten hier ökologische Lebensmittel in Demeter-Qualität. Über den Lieferservice „Ökokorb“ werden Kunden in Berlin und Umgebung direkt beliefert.

Danke für das Interview!

Hier geht es zur Anmeldung zum BiolebensmittelCamp: https://www.biolebensmittelcamp.com/anmeldung