Im siebten Teil der insgesamt 12 Blogbeiträge über erfolgreiche und spannende Frauen in der deutschen „New Green Economy“ berichtet Muhterem Aras, Geschäftsführerin der Steuerberaterkanzlei Aras und Vorstandsmitglied von UnternehmensGrün, über ihre Arbeit für eine ökologische Ökonomie. Sie ist seit 1993 Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen und seit 2016 Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg.

Es ist mir schon immer ein Anliegen, dass Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen. Unternehmen und Politik müssen ökologisch und nachhaltig wirtschaften, um auch den kommenden Generationen eine intakte Welt zu hinterlassen. Dafür will ich mich einsetzen und wurde deshalb mit meinem Steuerberatungsbüro Mitglied bei UnternehmensGrün. Seit 2015 bin ich im Vorstand des Bundesverbands.

2011 wurde ich als Abgeordnete für den Wahlkreis Stuttgart I in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt. In meiner ersten Amtsperiode war ich finanzpolitische Sprecherin und Vorsitzende des Arbeitskreises Finanzen und Wirtschaft. Auch in dieser Funktion konnte ich meine Ansichten zu einer ökologischen Ökonomie einbringen. Vor allem als Mitglied der stärksten Fraktion mit einem grünen Ministerpräsidenten und einer grünen Finanzministerin fühle ich mich verpflichtet, eine generationengerechte Finanzpolitik für Baden-Württemberg voranzutreiben. Das heißt, wir sollten nach der Leitlinie handeln, bei jeder Ausgabe immer auch die ökologischen Folgen und die Auswirkungen auf kommende Generationen zu bedenken.

Exemplarisch zeigt das der Umgang mit den zwei großen Sondervermögen des Landes zur Finanzierung von Pensionen. Das Geld, mit denen das Land für den Ruhestand seiner Beamten vorsorgt, arbeitet am Kapitalmarkt. Die Anlagestrategie wurde bzw. wird demnächst auf ethische und ökologische Nachhaltigkeit umgestellt.

Die grün-schwarze Landesregierung ist im Mai vergangenen Jahres mit der Vision angetreten, einen stärkeren Fokus auf das Thema Nachhaltigkeit zu legen. Dies gilt auch für das Vermögen des Landes. Baden-Württemberg sollte verantwortungsbewusst und nachhaltig mit seinem Besitz und Geld umgehen. Im August dieses Jahres wurde nun eine neue Richtlinie beschlossen. Nachhaltigkeitskriterien im Sinne eines ESG-Ansatzes (Environment – Social – Governance) werden aufgegriffen und sollen zeitnah, marktschonend und renditeneutral umgesetzt werden.

Als Orientierung haben wir in andere Länder wie Norwegen geschaut, wie diese bei ihrem Vermögen und ihren Finanzen mit dem Thema Nachhaltigkeit umgehen. Daraus abgeleitet wurden dann vor allem zwei Punkte in den Mittelpunkt der neuen Richtlinie gestellt. So entstand eine Liste mit Geschäftsfeldern und -praktiken, in die das Land Baden-Württemberg in Zukunft aus Klimaschutz-, sozialen oder ethischen Gründen nicht mehr investieren wird. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Rüstungs-, Spirituosen- und Tabakindustrie. Auch mit Unternehmen, die gegen Menschenrechte verstoßen oder von Kinderarbeit profitieren, wird das Land Baden-Württemberg nicht mehr zusammenarbeiten.

Der zweite Punkt ist das sogenannte Divestment. Das heißt, das Land wird nicht mehr in Unternehmen investieren, die einen überwiegenden Teil ihres Umsatzes aus der Förderung fossiler Brennstoffe erwirtschaften. Das heißt, es werden Kapitalanlagen aus dem Kohle- und Ölsektor abgezogen und Unternehmen aus diesem Bereich werden von zukünftigen Anlagen ausgeschlossen.

Auch die Stadt Stuttgart hat im Juli 2016 ähnliche Anlagerichtlinien verabschiedet, was den Abzug öffentlicher Gelder aus Kohle, Öl und teilweise Gas zur Folge hat. Dies sind wichtige Schritte der Stadt und des Landes, um Verantwortung für das Klima zu übernehmen.


Lesen Sie hier den vollständigen Blogbeitrag von Muhterem Aras. Die Blogserie „12 REMARKABLE WOMEN IN GREEN ECONOMY“ entstand in Zusammenarbeit mit der Women Speaker Foundation und Ecopreneur.eu.