Anfang des Jahres haben wir unser 200. Mitglied bei UnternehmensGrün begrüßt: Die Upländer Bauernmolkerei. Aus diesem Anlass haben wir mit Geschäftsführerin Karin Artzt-Steinbrink gesprochen.


Die Upländer Bauernmolkerei blickt auf eine lange Geschichte zurück. Worauf sind Sie in Ihrem Unternehmen besonders stolz?

Artzt-Steinbrink: Wir waren das erste Unternehmen, das heimische Produkte als „fair“ auf den Markt gebracht hat. Gleichzeitig waren wir die erste Molkerei in Deutschland, die „Milch ohne Gentechnik“ vermarktet und eine bedarfsorientierte Mengenregulierung der Milch eingeführt hat. Dies sehen wir als eine wichtige politische Weichenstellung, um den Bäuer_innen einen fairen Preis für ihre Milch zu garantieren.

Ihre Molkerei liegt in Hessen. Kann man die Produkte auch in anderen Regionen kaufen?

Der größte Teil der Milchprodukte wird an Kund_innen in das Gebiet geliefert, aus dem die Milch stammt, überwiegend sind das Hessen und anliegende Bundesländer, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Zurzeit werden wir von 115 Biobäuer_innen aus Hessen mit Milch beliefert. Je nach Absatzentwicklung nehmen wir weitere Landwirt_innen auf.

Die Bauernmolkerei engagiert sich auch für die Bildung in der Region. Was machen Sie dort genau?

Artzt-Steinbrink: Wir unterstützen die Diemeltalschule in Usseln im Rahmen der Nachmittagsbetreuung. Dort gestalten wir einmal wöchentlich einen Nachmittag “Rund um die Milch”. Das Programm der Schul-AG umfasst u.a. einen Bauernhof-Besuch, Laborarbeiten, Buttern wie früher, Eis herstellen, Kräuterwanderung und basteln. Darüber hinaus organisieren wir jährlich die Bio-Brotbox an zwölf Grundschulen in der Region. Im Upländer Milchmuhseum bieten wir kindgerechte Führungen an und dort besuchen uns auch viele Schulklassen.

Mit diesen Angeboten tragen wir dazu bei, dass die Kinder bereits früh einen Einblick in den Ursprung und die Wertigkeit von Lebensmitteln bekommen.

Die Upländer Bauernmolkerei wurde als 200. Mitglied bei UnternehmensGrün aufgenommen. Warum haben Sie sich für eine Mitgliedschaft entschieden?

Artzt-Steinbrink: Der Austausch mit anderen Unternehmen, die ähnlichen Herausforderungen gegenüberstehen wie wir, stärkt uns. UnternehmensGrün betreibt eine wichtige und sehr gute politische Arbeit, die wir so als einzelnes Unternehmen gar nicht leisten können. Das wollen wir unterstützen.