Baden-Württemberg müsse zum nachhaltigen „Mobilitätsland“ werden, fordert Unternehmensgrün.

„Die Mobilität der Zukunft muss klimaneutral sein!“, forderte Winfried Hermann, Minister für Verkehr und Infrastruktur in Baden-Württemberg, auf der Veranstaltung „Vom Autoland zum Mobilitätsland“, die UnternehmensGrün im Mock-up der Nimbus Group in Stuttgart ausrichtete. Neben vielen interessanten Redebeiträgen, hatten die Teilnehmenden der Veranstaltung die Möglichkeit E-Bikes, S-Pedelecs, Lastenräder und die BMW i3 und i8 auszuprobieren.

Die Landtagspräsidentin des Ländles, Muhterem Aras, eröffnete die Veranstaltung. Sie machte klar, dass „Mobilität“ ein besonders wichtiges Thema für UnternehmensGrün, den Bundesverband der grünen Wirtschaft, darstellt und appelliert für mehr Umweltbewusstsein: „Es muss nicht nur immer schönere und schnellere Autos geben, sondern vor allem auch Fahrzeuge, die die Umwelt weniger belasten.“Bei der anschließenden Keynote hob Minister Winfried Hermann hervor, dass „nachhaltige Mobilität“ beim Thema Klimaschutz lange vernachlässigt wurde und dass sich vergleichsweise wenig im Verkehrssektor getan habe. „Mobilität der Zukunft muss klimaneutral sein. „Wir produzieren nicht nur mehr Autos, sondern wir fahren auch noch – und das viel. Allerdings kann man keine moderne Verkehrspolitik machen ohne das Auto“ erläutert der Minister. Weiterhin hält er die „5 Vs“ für sehr bedeutend: Vermeiden (z.B. von Feinstaub), Verlagern (von schadstoffausstoßenden Fahrzeugen z.B. aufs Fahrrad), Vernetzen, (Umwelt-)Verträglich gestalten und Vorreiter/Vorbild sein.

In der ersten Vortragsreihe stellte Melanie Graf von der Daimler-Gruppe die App „moovel“ vor. Mit der Anwendung können Mobilitätsmöglichkeiten verschiedener Anbieter online abgerufen und die Tickets direkt gekauft werden. Der Anbieter car2go hat mittlerweile weltweit 2 Millionen Nutzer und betreibt etwa 140.000 Fahrzeuge– davon circa 1.300 E-Autos. Katja Bosler (car2go) und auch ihre Folgerednerin Bettina Dannheim (Cambio CarSharing), berichten, dass die E-Autos der Flotte derzeit noch nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Allerdings ist CarSharing ein wichtiger Beitrag dafür, dass sich der „modal split“ (Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel) und damit das Mobilitätsverhalten an sich ändert.

Im zweiten Redeblock stellte Marco Walter von TINK (Transportrad Initiative Nachhaltiger Kommunen) sein Projekt vor, dessen Ziel es ist, durch die Vermietung von Transporträdern, einen Betrag zum Klimaschutz zu leisten. Holger Friederichs von UnternehmensGrün-Mitglied FriBus gab eine Übersicht über die Verkehrsleistung im ländlichen Raum. Er sieht die Zukunft des Busverkehrs vor allem in selbstfahrenden Fahrzeugen. Sven Hantel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG Baden-Württemberg, erklärte, dass der Mobilitätsmarkt weiter wachse. Für Ihn wäre ein „Abschied vom Fahrplan“ in Richtung Individualisierung der Mobilität zukunftsweisend. Dies stehe allerdings in Wechselwirkung mit den Angeboten am Markt und den politischen Rahmenbedingungen.

Der dritte Block beinhaltete 4-minütige Kurzvorträge im Pecha-Kucha-Format. Anschließend an ihren Kurzvortrag äußerten die Referent_innen einen Wunsch an die Politik.  Die Initiative von Parklet forderte eine rechtliche Grundlage für Privatpersonen, um an Stadtgestaltung teilzunehmen. Sebastian Bühler von veloCARRIER möchte vor allem, dass auf Worten der grünen Landesregierung nun Taten folgen. Dr. Johannes Theißen stellte das mobi.MAX-Tool von Team red vor und wünscht sich von der Politik verpflichtende Mobilitätspläne für alle Unternehmen. UnternehmensGrün-Mitglied, Rainer Zeltwanger (ACADEMY Fahrschule Drive), berichtete von seiner Fahrschule, in der auch mit Elektroauto fahren gelernt werden kann. Er wünscht sich von der Politik ein Förderprogramm für Fahrschulen.

Wir danken allen Teilnehmenden und hoffen, dass die umweltfreundliche Mobilität ein Stück weiter in Richtung flächendeckender Realisierung voran schreitet.


Programm + Präsentationen:

Begrüßung Muhterem Aras MdL, Vorständin bei UnternehmensGrün

Anschließend Keynote Minister Winfried Hermann: Mobilität der Zukunft

Talk mit dem Minister

#1: Update des Autolandes Baden-Württemberg

#2: Rad, Bus und Bahn

#3: So geht anders! Neue nachhaltige Mobilität! (Verkehrssysteme im Wandel)

Dynamisches Format (angelehnt an Pecha Kucha)

  1. Smarte urbane Mobilität mit dem E-Bike, Ursula Kloé (70EINS. Innovation. Projekte. Forschung., Heidelberg)
  2. Parkraum lebenswert und nutzbar machen, Kristin Laz (Parklet Stuttgart)
  3. Dienstwagenprivileg auch für Fahrräder, Ulrich Prediger (Leaserad/Jobrad, Freiburg)
  4. Betriebliches Mobilitätmanagement in Unternehmen, Dr. Johannes Theißen (mobi.MAX-Tool von Team red)
  5. Connected Bike: Thomas Eckert (Telekom)
  6. Nachhaltige City-Logistik, veloCARRIER, Sebastian Bühler (Lastenrad, Tübingen)
  7. #WEITER – Der neue BMW i3 mit größerer Reichweite, Nicolai Klemm
  8. Duale Fahrausbildung – e driver licence, Rainer Zeltwanger (ACADEMY Fahrschule Drive)
  9. Citiz – CarSharing Frankreich, Andrée Buchmann
  10. eMobilität für alle eG i.G., Prof. Horst-Richard Jekel


Bericht Stuttgarter Zeitung:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.gruener-unternehmerverband-abschied-vom-autoland-baden-wuerttemberg-gefordert.08fc3658-2c49-4a36-8c24-38d9f49929ad.html

Interessante Informationen zu nachhaltiger Mobilität: PDF

 
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