Die HUMANA Kleidersammlung GmbH hat 1986 als erste Kleidercontainer in Deutschland aufgestellt. UnternehmensGrün e.V. sprach mit Julia Breidenstein, Mitbegründerin und Nachhaltigkeitsbeauftragte.

Frau Breidenstein, HUMANA will für mehr Transparenz in der Second Hand Branche sorgen. Wie wollen Sie vorgehen?

Wir gehen mit gutem Beispiel voran. Wir haben gerade den ersten Nachhaltigkeitsbericht der Branche gemäß den Standards der Global Reporting Initiative veröffentlicht und hoffen, dass weitere Akteure folgen.

Was ist das Besondere an den Standards der Global Reporting Initiative?

Die Standards der GRI genießen international höchstes Ansehen. Sie werden u. a. von UNEP und UN Global Compact empfohlen. Mehr als 6.600 Unternehmen in mehr als 70 Ländern haben bisher mehr als 16.000 GRI-Berichte vorgelegt. Das ist von Bedeutung, wenn darum geht, den Weg der Kleidung nach zu verfolgen, wenn man also Informationen von Partnern in allen Teilen der Welt einholen will. In dieser Hinsicht stehen alle Unternehmen der Second Hand Branche vor den gleichen Herausforderungen.

Welches sind die wichtigsten Themen Ihres Berichts?

Der globale Kontext, der Weg der Kleidung, Mitarbeiter, Umwelt, wirtschaftliche Leistung, gesellschaftliches Engagement.

Konnten Sie denn den Weg der Kleidung bis zum nächsten Nutzer offen legen?

Ja, wir haben den Weg der Kleidung komplett aufgezeigt: Sammlung, Sortierung, Verkauf – nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern auch im Ausland. Die von uns eingesammelte Kleidung ging in rund drei Dutzend Empfängerländer.

War das nicht sehr aufwändig? Meinen Sie, Sie können Nachahmer finden?

Es ist schon aufwändig, aber es führt unserer Meinung nach kein Weg daran vorbei. Die Menschen wollen wissen, was mit ihrer ausrangierten Kleidung passiert. Letztlich ist die Branche auf die Unterstützung der Menschen angewiesen.

Die Global Reporting Initiative entwickelt ihre Standards stetig weiter. Durch den Übergang von G3 nach G4 sind die Bedingungen für kleine und mittlere Unternehmen meiner Meinung nach verbessert worden. Man wählt die wesentlichen Themen und kann in die Tiefe gehen.

Was sagen Sie zur aktuellen Situation auf dem Altkleidermarkt?

Die besten Ergebnisse werden wir erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen – Karitative, Firmen und Kommunen. Im Moment sortiert sich der Markt neu, weil die Preise stark gefallen sind. Den unterschiedlichen Stärken der Marktteilnehmer muss Rechnung getragen werden. Das größte Potenzial liegt in der konstruktiven Zusammenarbeit.

HUMANA ist ein Social Business. Was bedeutet das konkret?

Unsere Überschüsse werden vollständig zugunsten von Mensch und Umwelt eingesetzt. Dieses Prinzip haben wir seit unserer Gründung 1988 befolgt. Wir sind Partner der internationalen HUMANA People to People Bewegung, die weltweit mit mehr als 10.000 Mitarbeitern mehr als 600 Projekte in 43 Ländern betreibt. Schwerpunkte der Arbeit sind Bildungs- und Gesundheitsarbeit, Projekte für Kleinbauern und Umweltprojekte.

Julia Breidenstein

Mitbegründerin und Nachhaltigkeitsbeauftragte

HUMANA Kleidersammlung GmbH