Welche Auswirkungen haben europäische Ecodesign-Vorgaben auf die Kreislaufwirtschaft in Niedriglohnländern? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Bericht der britischen Tearfund-Organisation, der von Green Alliance – einem Partner von UnternehmensGrün im ACES-Projekt (Alliance of Circular Economy Solutions) – verfasst wurde.

In Niedriglohn-Ländern, so die Aussage der Autor_innen, generierten zirkuläre Tätigkeiten wie Recycling und Reparatur Millionen von Arbeitsplätzen. In Accra, Ghana, hingen 30.000 Arbeitsplätze von dieser Industrie ab und 80% aller gehandelten Produkte seien schon aus zweiter Hand.

Ein Großteil der Produkte stammt dabei aus Europa – so landen z.B. 90% aller ausrangierten Computer aus der EU in einem Entwicklungsland. Doch es gibt auch eine Kehrseite: die elektronischen Sachen enthalten viele giftige Stoffe. Unter normalen Bedingungen ist deren Recycling sicher. Allerdings gibt es in vielen Ländern dazu keine durchsetzbaren Sicherheitsvorschriften.

Zu den Ergebnissen des Berichtes gehören unter anderem, dass offene Design-Standards die Lebensgrundlage von vielen Unternehmen im Globalen Süden verbessern würden, während restriktive Standards Hersteller-Monopole unterstützen. Außerdem würde durch das Verbot von giftigen Stoffen in den Produkten die Gesundheit von einer großen Anzahl von Kindern und Erwachsenen geschützt.

Weitere Informationen: https://greenallianceblog.org.uk/2017/07/28/three-simple-ways-european-product-design-can-help-eliminate-poverty-abroad