Am 15.11.2016 wurde im taz Café das Innovationspotential und die Notwendigkeit der Kreislaufwirtschaft diskutiert. Derzeit lebt die Menschheit weit über ihre Verhältnisse hinaus, doch die Ressourcen der Erde bleiben endlich. Da sich Recyclingunternehmen und Unternehmen in der Kreislaufwirtschaft indirekt beeinflussen, diskutierten wir zusammen mit Herwart Wilms, Geschäftsführer der REMONDIS Assets & Services GmbH & Co. KG und Timothy Glaz, Leiter Corporate Affairs von Werner & Mertz.

REMONDIS zählt zu den weltweit größten Dienstleistern für Recycling, Service und Wasser. Die Unternehmensgruppe ist international mit Aktivitäten für eine nachhaltige Rohstoff- und Wasserversorgung präsent. Somit konnte Herr Wilms Informationen aus erster Hand vermitteln, welche die Abfallwirtschaft betreffen, z.B. dass Abfall mittlerweile als wichtige Ressource gehandelt wird. Die Verwertungsquote von Abfällen in Deutschland ist nicht sehr hoch. Kunststoffabfälle werden nur zu 1/3 werkstofflich und 2/3 energetisch verwertet. Eine Kreislaufführung der Rohstoffe ist jedoch nur durch eine werkstoffliche Verwertung möglich, weswegen die Recyclingquoten der werkstofflich zu verarbeitenden Abfälle gesetzlich angehoben werden sollten. Hersteller sollten zusätzlich schon beim Entwurf der Produkte den Aspekt der Recyclingfähigkeit berücksichtigen. Es sollte daher der gesamte Lebenszyklus betrachtet werden, bevor ein Produkt als nachhaltig deklariert werden kann.

Werner & Mertz, welche sich für eine ökologisch verträgliche und rohstoffsparende Produktion einsetzt, wurde für die Marken FROSCH und green care PROFESSIONAL unter anderem mit dem internationalen “Cradle to Cradle Products Innovator Award” ausgezeichnet. Werner & Mertz bieten sowohl nachhaltige Produkte als auch nachhaltige Verpackungen an, welche teilweise zu 100 Prozent aus Recyklat bestehen. Als Recyklate werden Sekundärrohstoffe bezeichnet, die durch Recyclingprozesse entstehen.

Das größte Problem stellt laut Herrn Glaz der starke Preiskampf zwischen konventionellen Produkten und nachhaltigen Produkten dar. Trotz aufwendiger und kostenintensiver Forschungsarbeiten, müssen die Preise konkurrenzfähig bleiben, um vom Verbraucher angenommen zu werden. Doch Herr Glaz macht deutlich, dass es möglich ist erfolgreich wirtschaftlich und gleichzeitig nachhaltig zu agieren.

Auf politischer Ebene befürworten sowohl Werner & Mertz als auch REMONDIS eine Belohnung der Unternehmen, die Recyklat für ihre Produkte verwenden sowie den endgültigen Stopp weiterer Subventionen von Deponien. Der Staat sollte durch Steuern lenkend eingreifen, der Verwendung von Primärrohstoffen entgegenwirken und Sekundärrohstoffe unterstützen. Letztendlich ist eine erfolgreich funktionierende Kreislaufwirtschaft Bedingung, um Ressourcen einzusparen und ein Leben auf der Erde auch in Zukunft lebenswert zu gestalten.

Die “Berliner Unternehmensgespräche” ist ein Kooperationsprojekt von UnternehmensGrün e.V., Gemeinwohlökonomie Berlin und taz. die Tageszeitung.