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Umwelt-Bildungskonferenz

Bericht über die Umwelt-Bildungskonferenz vom 24. Februar 2011 in der Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin, gefördert durch das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA).

Die Umwelt-Bildungskonferenz diente der Konkretisierung von Lehrinhalten für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt, speziell im Kontext der Wirtschaft. Es referierten und diskutierten Vertreter aus Politik, Wissenschaft und ökologisch ausgerichteter Wirtschaft.

Als Ausgangspunkt der Tagung stand die Überlegung, dass die heranwachsende Generation in besonderem Maße gefordert ist, ökonomische Prozesse nicht ohne ihre ökologische Relevanz zu betrachten. So behandelte die Umwelt-Bildungskonferenz sowohl den allgemein- und berufsbildenden Bereich, als auch die weiterführende Lehre an Hochschulen und Universitäten.

Frau Dr. Jutta Emig, Leiterin des Grundsatzreferats des BMU, nahm in ihrer Einführung Bezug auf die vom BMU und dem UBA herausgegebene Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland 2010“ und hob die vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise für das Jahr 2010 bemerkenswerte Entwicklung eines gegenüber dem Vorjahr gesteigerten Umweltbewusstseins, insbesondere unter Jugendlichen, hervor. Dr. Simone Peter, Umweltministerin des Saarlandes, ging in ihrem Vortrag „Umweltbildung in gesellschaftlicher Verantwortung“ auf die politische Ebene ein, wobei sie auch auf die völkervertragliche Chronologie der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit zurückgriff.

Am späteren Vormittag vermittelte Frau Prof. Hannelore Küpers, Leiterin des Instituts für Zukunftsorientierte Kompetenzentwicklung (IZK) und Verantwortliche für das Bildungsprogramm „SUMA“ – Sustainable Management, Hochschule Bochum in ihrem Vortrag „Nachhaltigkeit als berufliche Orientierung – über den Beitrag der Hochschulen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung“, inwieweit Nachhaltigkeit heute in Studium und Lehre enthalten ist und wies darauf hin, dass deutschlandweit lediglich 14 Studiengänge explizit Nachhaltigkeit als zentralen Studieninhalt ausweisen. Sie erläuterte, vor welche programmatischen Hürden sich eine Bildungseinrichtung gestellt sieht, Nachhaltigkeit in Lehrinhalte aufzunehmen und interdisziplinäre Inhalte zu definieren.

Dr. Tobias Schlömer von der Universität Oldenburg ging in seinem Vortrag „Nachhaltiges Ökonomieverständnis, Interdisziplinarität und Fachkräftequalifizierung für Umweltleitmärkte: Orientierungspunkte einer ökologischen Berufsbildung“ auf ein exemplarisches Arbeitsmarktphänomen, die Gebäudesanierung, ein. Er führte aus, welche Lehrebenen mit Blick auf diesen Arbeitsmarkt-Fokus angesprochen sind.

Der Nachmittag widmete sich einem Praxisbeispiel, der Vermittlung von unternehmerischer Erfahrung in Kombination mit Lehrmodulen im Kontext ökologischen Wirtschaftens. Mit einer Erläuterung des UnternehmensGrün-Projekts „Juniorenfirmen auf dem Weg zum nachhaltigen Wirtschaften“, das in der Pilotphase von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wurde und derzeit in Kooperation mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg sowie dem OSZ für Bürowirtschaft und Dienstleistungen Berlin fortgeführt wird, unterstrich Dr. Nina Scheer, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün, die Bedeutung des Zusammenwirkens von praktischer Erfahrung, die die teilnehmenden Junioren in Juniorenfirmen bei ökologisch wirtschaftenden Unternehmen gewinnen und der Lehre zu Nachhaltigkeitsfragen, die UnternehmensGrün in Form von Workshops im Rahmen des Projekts anbietet. Ökologische und zugleich praxisbezogene Lehrinhalte vermitteln hier den in Schule und Ausbildung befindlichen Jugendlichen eine Zielvorstellung über Berufsfelder, die vor dem Hintergrund von Klimawandel und Ressourcenverknappung und damit zusammenhängenden gesellschaftlichen Herausforderungen von wachsender Bedeutung sind. Eine eindrucksvolle Präsentation des Projekts bot auch ein für die Umwelt-Bildungskonferenz von fechnerMEDIA GmbH in Auftrag von UnternehmensGrün produzierter Film, der am Beispiel von vier kooperierenden Unternehmen und hier wirkenden Juniorenfirmen, deren Junioren Aufgaben und Eindrücke schildern lässt.

In einer sich anschließenden Podiumsdiskussion, an der Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des IÖW, Prof. Hannelore Küpers, Stefan Marien, Schulleiter des OSZ Bürowirtschaft und Dienstleistungen Berlin und Klaus Stähle, Vorstand von UnternehmensGrün, teilnahmen, hinterfragte Nina Scheer, Moderation, den Stellenwert, den Nachhaltigkeit und ein Bewusstsein über die Bedeutung ökologischen Wirtschaftens auf den verschiedenen Ebenen, der schulischen und ausbildenden, der Ebene der Wissenschaft, aber auch aus der Perspektive des Arbeitsmarktes hat. Die Podiumsdiskussion bezog auch die ca. 80 Teilnehmer der Veranstaltung mit ein.

Im Foyer des Veranstaltungsortes, der Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin, wurde den Teilnehmern in Ergänzung der vorgetragenen Projektpräsentation eine Präsentation aller Juniorenfirmen durch Plakate angeboten. Ein hier aufgestellter Bücherstand rundete den Einblick in Lehrinhalte zu Nachhaltigkeit ab.

Eine ausführliche Konferenz-Dokumentation erscheint in Kürze als Broschüre, bestellbar unter info@unternehmensgruen.de.

>> zum Programmflyer (pdf)
>> zur Filmpräsentation
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