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In der Produktionsschule Sägewerk Grunewald, bekannt durch die regionalwirtschaftlich relevante ‚Berliner Holz-Marke’, erhalten benachteiligte Jugendliche die Möglichkeit zum Einstieg in die Berufswelt durch Qualifizierung, Berufsvorbereitung und Ausbildung, erläuterte Gudrun Laufer von der Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen. Den Wert einer solchen Möglichkeit betonten auch Gerd Wolfrum, Knobelsdorff-Schule und Rainer Schuhmann vom Oberstufenzentrum Bautechnik I. Juniorenfirmen und berufsqualifizierende Lehrgänge seien oft die letzte Chance für benachteiligte Jugendliche und wegen der realen Bestätigung eine absolute Notwendigkeit für die Schüler. Der Nachhaltigkeitsgedanke müsse, so Schuhmann, auf die Jobsituation benachteiligter Jugendlichen übertragen werden. Auch für körperbehinderte Menschen sei die Juniorenfirma ein bedeutendes Bildungsinstrument, erklärte Elgin Neumann von der Biesalski Schule, einer Förderschule für körperbehinderte Menschen, da berufsqualifizierende Lehrgänge und Schülerfirmen unter Einbeziehung der Behinderung geschaffen würden. Von weiteren Erfolgen berichteten die Vertreter der Juniorenfirma Solarsystems, Angie Wischerl und Malte Schardt in Zusammenarbeit mit ABS-Concept, die insbesondere mit Werbemaßnahmen an der fortgesetzten Etablierung der Firma mitwirken. Die Filmvorführung „vom Baum zum städtischen Bücherregal“ behandelte ‚Bücherwald’ von Baufachfrau e.V.

Ein Beispiel der landesweiten Ausdehnung sowie Etablierung von nachhaltigen Schülerfirmen gab Rolf Dasecke, Koordinator „Nachhaltige Schülerfirmen in berufsbildenden Schulen in Niedersachsen“. Schülerfirmen (ca. 320, Ziel: 400 in 2011) sind hier vollständig im Curriculum etabliert. Die Firmen produzieren für den realen Markt unter Einbeziehung sozialer und ökologischer Komponenten, in Kooperationen mit Wirtschaft, Umweltverbänden und Sozialgruppen. Dasecke forderte Berlin auf, dem Beispiel Niedersachsens zu folgen.

Wie Juniorenfirmen auch in anderen Bereichen ihr Potential entfalten könnten, illustrierte Dr. Baumann vom Institut für Umweltforschung der Universität Dortmund. So ließe sich etwa im Rahmen des Projekts „Zweitsinn“, das in Kombination der drei Nachhaltigkeitskomponenten Ökonomie, Ökologie und ‚Soziologie’ das Ziel verfolgt, nachhaltiges Design bezahlbar zu machen, innerhalb des Produktionsprozesses eine Juniorenfirma ansiedeln. Sascha Groddeck (Wohnfühlzeit) zeigte Möglichkeiten auf, wie eine Juniorenfirma im Rahmen von „Stadtmöbeln“ zu integrieren und zu begleiten wäre.
Konrad Kutt fasste den Verlauf des Tages und die Präsentationen des Workshops zusammen und betonte die Vielfalt der Ergebnisse und Möglichkeiten. Im Verlauf der Diskussion sprach sich Robert Huber (Zukunftsgeräusche) für eine verstärkte Vernetzung aus. Edith Stoll (Baufachfrauen, Projekt „Bücherwald“) verwies auf die Notwendigkeit des Informationsaustausches. Nach Ansicht von Rolf Späth vom OSZ Gastgewerbe müsse das Potential eines ökologisch-nachhaltigen Hotel- und Gastgewerbes stärker berücksichtigt werden. Er betonte die Notwendigkeit, die Berliner Politik für Nachhaltigkeit und Juniorenfirmen zu sensibilisieren. Im weiteren Verlauf der Diskussion lenkte Verena Exner die Aufmerksamkeit auf das Nichtvorhandensein von Netzwerken, die Fachdiskussionen und geregelten Austausch zuließe. Dies aufgreifend betonte Kutt, dass Didaktik und Nachhaltigkeit in Zukunft verbunden werden müssen.
Berlin, März 2010, UnternehmensGrün (Redaktion)

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