Newsletter

Mai 2017

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Liebe Leserinnen und Leser,

ein zentrales Anliegen von UnternehmensGrün im Bundestagswahlkampf ist das Thema „wahre Preise“. Wenn herkömmliche Produkte endlich das kosten würden, was sie durch umweltschädliche Produktion an Schäden verursachen, würden nachhaltig produzierte Waren im Regal preiswerter sein. Wir fordern den Mut von der Politik, mit Steuern tatsächlich zu steuern und beispielsweise Dienstwagen nach CO2-Ausstoß zu besteuern. Wir haben daher das Bündnis „Initiative nachhaltige Finanzreform“ mit gegründet und fordern darin gemeinsam mit anderen Verbänden unter anderem den Abbau umweltschädlicher Subventionen und einen CO2-Preis, der die echten Kosten abbildet.

Bei unserem Verbundprojekt StartGreen@School geht es ab sofort in die Bewerbungsphase! Interessierte Schülerinnen und Schüler, Schülerfirmen sowie Lehr- und pädagogische Fachkräfte lernen in dem Projekt nachhaltiges Unternehmertum kennen, erhalten Coachings für ihre Schülerfirmen oder entwickeln in Gründungscamps ihr eigenes Geschäftsmodell.

Seien Sie dabei, wenn wir in Duisburg mit zum LEE Unternehmertag einladen (30.5.2017, Duisburg, es sind noch wenige Gästekarten zu vergeben, bitte melden).

"Gefahr für die Bio-Branche - was plant Brüssel?": Mit Vertreter_innen von EU-Kommission, Bundesumweltministerium und namhaften Bio-Unternehmen diskutieren wir neue Label-Vorgaben, die Brüssel plant - und die gefährlich für die Bio-Branche werden können.

Übrigens! Ab sofort bietet UnternehmensGrün in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn ein Veranstaltungsticket an (für Verbandsveranstaltungen). Einfach über unsere Homepage buchen.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre
Franziska Keich, Projektleitung StartGreen@School

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Politik

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Wahre Preise: Mit Steuer- und Abgabepolitik nachhaltigen Wandel organisieren

Das Bündnis „Initiative nachhaltige Finanzreform“ fordert ein Umsteuern in der Steuer- und Abgabenpolitik, einen gerechten CO2-Preis und den Abbau umweltschädlicher Subventionen. Gemeinsam mit 18 weiteren Organisationen aus Wirtschaft und Gesellschaft setzt sich UnternehmensGrün für eine Steuer- und Finanzpolitik ein, die diejenigen belohnt, die nachhaltig wirtschaften, die Umwelt nicht schädigen sowie zu einer weltweit gerechten Gesellschaft beitragen. Die tatsächlichen Kosten von Umweltschäden und sozialer Ungerechtigkeit sollten den Verursacher_innen und nicht den Steuerzahler_innen in Rechnung gestellt werden – ohne dabei die Bürger_innen und kleine und mittelständische Unternehmen durch Verbote einzuschränken.

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Europa: Unternehmen fordern Kreislaufwirtschaftspolitik

Als Vertretung von mehr als 2.000 nachhaltigen Unternehmen aus Europa und gemeinsam mit großen Unternehmen wie Tarkett, ROCKWOOL, Interface, Philips Lighting, Werner& Mertz, Alliander, REDISA und seiner Mitgliedsorganisation De Groene Zaak (Niederlande), fordert unser europäischer Dachverband Ecopreneur.eu von den G20-Staaten das Momentum hin zu einer Kreislaufwirtschaft mit konkreten politischen Maßnahmen zu unterlegen. Die Unternehmen fordern, nachhaltige Geschäftsmodelle zu fördern, eine effiziente Nutzung von Ressourcen zu unterstützen sowie Investitionen in Innovationen der Kreislaufwirtschaft zu erschließen.

Weitere Informationen sowie der Aufruf zur Unterstützung sind auf der Ecopreneur.eu-Homepage zu finden (auf Englisch).

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Bio-Recht: Scharfe Kritik an der Revision der EU-Öko-Verordnung

Seit über drei Jahren wird in Brüssel über eine umfassende Neufassung des zuletzt 2008 überarbeiteten Bio-Rechts verhandelt. Zahlreiche EU-Staaten sind gegen den aktuellen Entwurf. Deutschland jedoch forcierte die Fortsetzung der Verhandlungen auf Grundlage eines, aus Sicht der Bio-Branche, schlechten Kompromisses. Ein derartiges Bio-Recht habe schädliche Auswirkungen für Wachstum und Beschäftigung im ländlichen Raum, beim Tier-, Umwelt- und Klimaschutz. Es würde die Versorgung mit regionalen Bio-Produkten mindern, obwohl der Bio-Markt deutlich wächst. Der BÖLW fasst die kritischen Punkte auf seiner Homepage zusammen.

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Energie: Expertin sieht Energiewende in Gefahr

Die Energiewende-Ziele der Bundesregierung sind seit Jahren klar – nur ohne wirkliche Ambition zur Umsetzung. Claudia Kempfert, Professorin für Energiewirtschaft, kritisiert, dass es keine konkreten Maßnahmen zur Realisierung der Klimaschutzziele gibt. Seit Jahren werden schärfere Emissionsgrenzwerte für Fahrzeuge verhindert und auch der Dieselpreis werde immer noch durch niedrigere Steuern subventioniert. Es sei wichtig, die erneuerbaren Energien stärker in den Mittelpunkt zu rücken und vor allem müsse endlich der Ausstieg aus dem Kohleabbau erfolgen.Es herrscht Krieg um Energie“ erklärt sie in einem Interview bei klimaretter.info.

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Neues aus dem Vorstand

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Frauen in der Green Economy: UnternehmensGrün-Vorständin über Green Business

Im 2. Teil der Blogreihe von und über erfolgreiche und spannende Frauen in der deutschen „New Green Economy“ berichtet Alyssa Jade McDonald-Bärtl, Gründerin der BLYSS GmbH und Vorstandsmitglied von UnternehmensGrün und Ecopreneur.eu, über unternehmerische Erfolgsfaktoren im Green Business. Ihr Unternehmen BLYSS GmbH fördert den Anbau, die Zertifizierung und den Handel von nachhaltigem Kakao, bewirtschaftet von über 1000 landwirtschaftlichen Familienbetrieben in Ecuador, den Philippinen und Papua-Neuguinea. Die Blogserie „12 REMARKABLE WOMEN IN GREEN ECONOMY“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von der Women Speaker Foundation, Ecopreneur und UnternehmensGrün.

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 Aus unseren Projekten

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StartGreen@School: Jetzt bewerben!

In unserem Projekt StartGreen@School geht es ab sofort in die Bewerbungsphase! Bewerben können sich interessierte Schülerinnen und Schüler, Schülerfirmen sowie Lehr- und pädagogische Fachkräfte. StartGreen@School fördert eine nachhaltige Gründungskultur an Schulen. Dafür vernetzen sich Schulen mit nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen und Startups, werden Fortbildungen für Lehrkräfte angeboten oder Coachings und Gründungscamps ermöglicht. Zudem wird der StartGreen@School Award ausgelobt (Wettbewerb für Schülerfirmen). Eine Pressemitteilung mit allen Angeboten finden Sie hier.

Wir suchen noch Unternehmen, die mit uns kooperieren möchten und bereit wären, ihre Erfahrungen an Jugendliche weiterzugeben. Dies kann im Rahmen eines Unternehmensbesuchs, aber auch durch einen längerfristigen Coaching-Prozess geschehen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei: keich[at]unternehmensgruen.de

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Aus unserem Netzwerk

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Digitalisierung: Neue Plattform „Demokratie 4.0“

„Demokratie 4.0“ – ist die neue Plattform für digitale Demokratie, initiiert von UnternehmensGrün-Mitglied Frank Freimuth, INTERENA. Dort ist alles rund um die Digitalisierung von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu finden: kritische Analysen, fundiertes Know-How, mutiges Über-den-Tag-hinaus-Denken, Daten und Fakten, spannende Meldungen, engagierte Kommentare. Kurzum: Alles, was Demokratie im Onlinezeitalter nach vorne bringt. Bereits im vergangenen Jahr hat sich Frank Freimuth für eine professionelle Online-Politik ausgesprochen. Lesen Sie hier sein Plädoyer als Gastbeitrag auf unserer Homepage.

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Startups I: Noch bis 16. Juni für den Next Economy Award bewerben

Der Next Economy Award zeichnet Startups aus, die sich den Herausforderungen der Nachhaltigkeit stellt, mit innovativen Geschäftsmodellen für soziale und ökologische Verbesserungen sorgt und somit die nachhaltige Wirtschaft mitgestalten. Bewerbungen sind bis zum 16. Juni 2017 möglich. Ein Paket aus Kommunikations- und Sachleistungen im Wert von ca. € 25.000,- wartet auf die Sieger_innen. Die Nominierten präsentieren ihr Startup am 7. Dezember 2017 im Rahmen eines Live-Pitches vor der Jury in Düsseldorf.

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Startups II: Auszeichnung der Biolebensmittel-Szene

Der Next Organic Startup Award ist mit seiner Bandbreite – von Erzeugergemeinschaften, handwerklichen Betrieben, Foodmarken und Initiativen – eine der führenden Plattformen der neuen Food-Bewegung in Deutschland. Mehr als 80 überzeugte Gründer_innen und NGOs aus den Kategorien Handwerk, Produktion, Erzeuger_innen, Dienstleistungen, Lebensmittelverschwendung und Social Business präsentieren ihre zukunftsweisenden Konzepte und innovative Ideen. In diesem Jahr findet der Next Organic Startup Award bereits zum 5. Mal statt - wieder mit unserer Vorständin Martina Merz in der Jury. Die Next Organic präsentiert am 1. Juni 2017 gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung die Gewinner_innen des Wettbewerbs sowie zahlreiche spannende Konzepte der „grünen“ Food-Szene. Neben spannenden Panels und Debatten wird UnternehmensGrün mit einem Info-Tisch bei der Verleihung vertreten sein.

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Veranstaltungen

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Fernreisen: Fahrkartenbuchung über DB-Veranstaltungsticket

Ab sofort bietet UnternehmensGrün in Kooperation mit der Deutschen Bahn die Buchung eines Veranstaltungstickets zu Verbandsevents an. Damit werden Bahnreisen zu Veranstaltungen von und mit UnternehmensGrün günstiger. „Wir unterstreichen mit diesem Angebot, dass wir uns eine Anreise wünschen, die möglichst wenig CO2-Emissionen verursacht. Das DB-Veranstaltungsticket mit 100 % Ökostrom-Garantie im Fernverkehr ist dafür bestens geeignet!“ freut sich Geschäftsführerin Katharina Reuter. Das Ticket kann für geschäftlich motivierte Veranstaltungen wie Messen, Seminare, Jahrestagungen, Mitgliederversammlungen oder Vorstandssitzungen von UnternehmensGrün genutzt werden.

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Konferenz: GWÖ raus aus der Nische?

Vom 12. – 13. Mai findet die „Konferenz für gemeinwohlorientierte Unternehmen“ im FLUX Biohotel im Werratal in Hann. Münden statt. Eingeladen sind Gemeinwohl-bilanzierte und -interessierte Unternehmer_innen. Die Gemeinwohl-Ökonomie möchte hier eine Bühne schaffen, damit diese Unternehmen ihre Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen vorstellen und diskutieren können. Katharina Reuter wird auf dem Eröffnungspanel „GWÖ – raus aus der Nische?“ sprechen. Weitere Panelist_innen sind Christian Felber, Impulsgeber der GWÖ, Nils Bogdol, Geschäftsführer Ray Facility und Prof. Dr. Petra Teitscheid, FH Münster.

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Förderung von Mitarbeitenden: Bericht der Berliner Unternehmensgespräche #6

Am 26.04. hieß es zum 6. Mal: „Willkommen zu den Berliner Unternehmensgesprächen im taz Café“. Thema der Veranstaltung war die Förderung der Menschen im Unternehmen. Hierzu stellten Urte Töpfer (Gemeinwohl-Ökonomie), Josef Schmid (MDV Maristen Druck und Verlag GmbH), Annika Behrendt (talents4good GmbH) und Dr. Dirk Bunzel (unternehmensWert:Mensch) ihre Herangehensweise und Konzepte vor. Katharina Reuter (UnternehmensGrün) führte durch den Abend. Neben praktischen Tipps und Hinweisen konnten die anwesenden Unternehmer_innen die Erkenntnis mitnehmen, dass eine geringe Unternehmensgröße keine Ausrede dafür sein darf, sich nicht um das Thema Entwicklung der Mitarbeitenden zu kümmern.

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Neue Mitglieder

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Beteiligungsplattform: In Energieeffizienz investieren – und gemeinsam profitieren

bettervest ist die weltweit erste Beteiligungsplattform, über die Bürger_innen gemeinschaftlich Geldbeträge ab 50 Euro in Energieeffizienz-Projekte etablierter Unternehmen, Kommunen, Vereine und Institutionen investieren können – und im Gegenzug finanziell an den erzielten Einsparungen beteiligt werden. Die bettervest-Plattform öffnet damit den Markt der Energieeffizienz und macht ihn für private Anleger_innen zugänglich. Mit diesen zweckgebundenen Projektgeldern werden ökologisch und ökonomisch sinnvolle Energieeffizienz-Maßnahmen umgesetzt, die zu Kosten-, Energie- und CO2-Einsparungen führen.

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Bio-Pionier: Alles Getreide - alles aus einer Hand

Von der ökologischen Idee überzeugt, übernahm Volker Krause 1979 die elterliche Mühle, stellte die Verarbeitung auf Bio-Getreide um und begann das Mehl aus der eigenen Mühle selbst zu frischen Backwaren und Kuchen und zu salzigen und süßen Gebäcken weiter zu verarbeiten. Die Bohlsener Mühle verarbeitet zu 100 % Rohstoffe aus ökologischem Anbau und bezieht ihr Getreide von rund 200 regionalen Landwirt_innen, die nach Bioland-Richtlinien arbeiten.

Vom angelieferten Korn bis hin zum fertigen Produkt findet der gesamte Verarbeitungsprozess transparent und nachhaltig in einem Unternehmen statt. Der konsequent ganzheitliche Nachhaltigkeitsansatz sowie der Einsatz und die Erfolge der Bohlsener Mühle für den ökologischen Landbau und die nachhaltige Entwicklung im ländlichen Raum wurden 2015 mit der Wahl zu „Deutschlands nachhaltigstem KMU“ ausgezeichnet. Das Unternehmen mit Sitz in Bohlsen bei Uelzen beschäftigt heute um die 180 Mitarbeiter und gehört zu den bekanntesten Herstellern der Naturkostbranche.

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In eigener Sache

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Unterstützung in der Geschäftsstelle

Kimberley Bishara studiert International Business and Social Sciences an der Hochschule Rhein-Waal in Kleve (internationale Fachhochschule). Kimberley kommt ursprünglich aus Bayern. Durch die Nähe der Alpen entstand eine enge Verbindung zu den Bergen und der Natur. Im Praktikum möchte sie ihr Wissen im Bereich Nachhaltigkeit vergrößern und verstehen, wie sich auf politischer Ebene Einfluss nehmen lässt. In der Geschäftsstelle unterstützt Kimberley die Öffentlichkeitsarbeit und wirkt im Bildungsprojekt „StartGreen@School“ mit.

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