Newsletter

Februar 2017

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Liebe Leserinnen und Leser,

nächste Woche findet die Abstimmung des EU-Parlaments über Ceta, das geplante Freihandelsabkommen mit Kanada, statt. Es ist fatal, dass auch bei Ceta die Chance vertan wurde, Menschenrechte und Nachhaltigkeit ernsthaft zu implementieren - aber wenig verwunderlich, wenn man die übrigen EU-Handelsabkommen analysiert. Lesen Sie dazu die gemeinsame Studie „Menschenrechte als uneingelöstes Versprechen – Nachhaltigkeit, Arbeits- und Sozialstandards in EU-Handelsabkommen“, die Brot für die Welt, verdi, Forum Umwelt und Entwicklung und UnternehmensGrün veröffentlicht haben. Die unabhängige Wirtschaftsinitiative „Unternehmen für gerechten Handel“ weist anlässlich der Abstimmung in Straßburg erneut auf die Risiken von Ceta für kleine und mittelständische Unternehmen hin (Hintergrundpapier Ceta).

Nächste Woche steht auch die BIOFACH vor der Tür (erstmalig mit Beteiligung von UnternehmensGrün). Besuchen Sie uns an unserem Stand in Halle 7, Stand 7-766 und diskutieren Sie mit uns in der Speakers Corner! Oder treffen Sie uns am 22.2.2017 im Rahmen der Berliner Unternehmensgespräche (#5) in Berlin oder zum Thema Bildung für Nachhaltige Entwicklung in Glücksburg.

Herzliche Grüße

Ihre Katharina Reuter, Geschäftsführerin

P.S.: Wir freuen uns heute besonders über unser 200stes Mitglied – und begrüßen herzlich die Upländer Bauernmolkerei (s. Artikel unten)!

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Politik

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EU-Handelsabkommen: Nachhaltigkeitskapitel sind zahnlose Tiger

Für die in EU-Handelsverträgen verankerten Nachhaltigkeitsklauseln fehlen ausreichende Sanktionsmöglichkeiten sowie ein geeignetes Monitoring. Somit stehen laut unserer Geschäftsführerin Katharina Reuter die Handelsabkommen, auch Ceta, im krassen Widerspruch zu den UN-Nachhaltigkeitszielen. Mit den SDGs hatte sich die Staatengemeinschaft auf gemeinsame Ziele für eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene geeinigt. Aber: „Die Nachhaltigkeitskapitel sind zahnlose Tiger – denn sie sind nicht sanktionsbewehrt und generieren keine zusätzlichen Verpflichtungen. Die wenigen verbindlichen Verpflichtungen, etwa die Nichtabsenkungsklausel, können unterlaufen werden, etwa wenn ökonomische Sparzwänge angeführt werden“, so Reuter weiter.

Lesen Sie hier die Studie „Menschenrechte als uneingelöstes Versprechen – Nachhaltigkeit, Arbeits- und Sozialstandards in EU-Handelsabkommen“ von Brot für die Welt, ver.di, Forum für Umwelt und Entwicklung und UnternehmensGrün.

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Menschenrechte: Bundesregierung verabschiedet Aktionsplan für Wirtschaft

Rund 2 Jahre hat es gedauert, doch nun wurde der nationale Aktionsplan zur Umsetzung der VN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte veröffentlicht. Unternehmen sollen, so heißt es darin, auch in der Berichterstattung über soziale und ökologische Standards bei ihren Auslandsgeschäften bestärkt werden. Gemeinsam mit anderen Verbänden und Organisationen kritisieren wir den Aktionsplan als nicht ausreichend. Die UnternehmensGrün-Mitgliedsunternehmen zeigen tagtäglich, dass ambitionierte Vorgaben an die Unternehmen möglich sind. „Es reicht auch nicht, dass der Aktionsplan die Erwartung formuliert, dass Unternehmen die Menschenrechte bei ihren Auslandsgeschäften achten sollen. Damit diese Vorgaben wirksam umgesetzt werden, müssen auch Sanktionen mitgedacht und implementiert werden“, kommentiert Reuter den Aktionsplan. Eine verpflichtende Verwirklichung und Einhaltung von Menschenrechten und Nachhaltigkeitsprozessen werde so nicht erreicht. Zur Mitteilung des Rates für Nachhaltige Entwicklung.

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Neues aus dem Vorstand

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BIOFACH 2017: Einblicke in die Arbeit von mërz punkt

Vom 15. bis 18. Februar trifft sich die Biobranche auf der BIOFACH in Nürnberg. Mit dabei ist auch UnternehmensGrün-Vorständin Martina Merz (Geschäftsführerin mërz punkt | umweltorientierte Designagentur). Als Gastgeberin präsentiert sie unter anderem die unter anderem die Workshops Personas für Bio-Marken - Markenentwicklung nahe am Bio-Verbraucher und neue Trends im Packaging. Darüber hinaus wird sie am UnternehmensGrün-Stand (Halle 7, Stand 7-766) vertreten sein und in der „Speakers Corner“ über ihre Arbeit berichten (16.02.2017). 

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 Aus unseren Projekten

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Nachhaltigkeitstrainees Hessen: Viel Energie in den Projekten

Die Entwicklung einer Energiebilanz, einer App oder einer Datenbank von Biobauernhöfen – all das sind Projekte, die die Nachhaltigkeitstrainees in Hessen zurzeit bearbeiten. Bei Schneider Electric, einem globalen Spezialisten für Energiemanagement und Automatisierung, erstellen die Trainees eine Bilanz des Stromverbrauchs ihrer Schule, identifizieren die Hauptkonsumenten und entwickeln Strategien zu Einsparmöglichkeiten. In Gießen sind die Trainees der Sonneninitiative e.V. zurzeit auf der Suche nach einem geeigneten Dach für die Installation einer Photovoltaikanlage bzw. eines Bürgerkraftwerks. (Projekte aus dem Bereich Landwirtschaft und Ernährung hier).

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Aus unserem Netzwerk

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Umweltmanagement: OmniCert in Umweltgutachter-ausschuss berufen

Der Umweltgutachterausschuss des Bundesumweltministeriums ist für die (Weiter-)Entwicklung des EMAS-Systems (Eco-Management and Audit Scheme) zuständig. Hier prüfen zugelassene Umweltgutachter die Einhaltung zahlreicher Gesetze mit Bezug zu Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit – und sichern damit die Qualität des Europäischen Systems für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung. Thorsten Granter, Geschäftsführer der OmniCert Umweltgutachter GmbH, Mitglied bei UnternehmensGrün, wurde nun in den Umweltgutachterausschuss berufen. Sein Ziel: „Die Stärkung und Unterstützung von Organisationen und Unternehmen in diesem Bereich ist mehr als wichtig. Umweltmanagementsysteme müssen der Organisation dienen und von ihr gelebt werden – sie dürfen keine Ablehnung erzeugen. Für umsetzbare Standards, die der Energiewende und der Nachhaltigkeit dienen, setze ich mich im Umweltgutachterausschuss ein.“  (Zur Pressemitteilung)

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Internationaler Kongress: Rechte von Kleinbauern

Vom 7. bis 10. März 2017 veranstaltet die Stiftung „Haus der Bauern“ (Gründungsstifter ist Rudolf Bühler, gleichzeitig Geschäftsführer von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall) den internationalen Kongress „Global Peasants Rights“.  Ziel ist es, über die globale Situation von Landwirt_innen und der Bevölkerung des ländlichen Raums zu informieren, auf die Bedeutung der landwirtschaftlich Beschäftigten für die ökologische und regionale Nahrungserzeugung aufmerksam zu machen und die Notwendigkeit des Schutzes ihrer Rechte und ihres Wissens zu betonen. An dem Kongress nehmen neben Kleinbauern und Kleinbäuerinnen weltweit auch Vertreter und Vertreterinnen internationaler Organisationen teil (weitere Information).

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Mehr Bio im Rheinland: Bürgeraktien der Regionalwert AG

Ab sofort ist es möglich, Aktien bei der Regionalwert AG Rheinland zu kaufen. Das eingesammelte Kapital investiert die Bürgeraktiengesellschaft in regionale Biobetriebe wie zum Beispiel Käsereien, Bäckereien, Metzgerei oder den Betrieb von mobilen Hühnerställen. Dadurch werden Erzeuger, Verarbeiter, Händler, Gastronomen und Konsumenten dabei unterstützt, regional und nachhaltig zu wirtschaften. Gleichzeitig werden durch regelmäßige Treffen und fachliche Beratung die teilnehmenden Partner zu einem Partnernetzwerk zusammengeführt.

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Organic Food: Jetzt bewerben für den Next Organic Startup Award 2017

Es ist wieder soweit! Die Bewerbungsphase für den „Next Organic Startup Award“ 2017 hat begonnen. Mit dem Award, der seit 2013 existiert, fördert die Next Organic Berlin nachhaltige Innovationen, die zukunftsweisend, ökosozial, ausgefallen, regional oder international sind. Bewerben können sich junge Startups der New Food Economy, bei denen die Gründung nicht länger als 2 Jahre zurückliegt. Viel Erfolg!

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Veranstaltungen

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Nürnberg: Politik für die Bio-Branche

Mit der Podiumsdiskussion „Öko, nachhaltig, gemeinwohlorientiert – welche Rahmenbedingungen wollen wir? Und wo lauern die Gefahren für die Bio-Branche?“ beteiligt sich UnternehmensGrün gemeinsam mit Bioland am Kongressprogramm der BIOFACH (17.02., 15.00 Raum Istanbul, NCC Ost). Katharina Reuter wird mit Jan Plagge (Vorstand Bioland, BÖLW und IFOAM EU), Bettina Wyciok, (Managerin Nachhaltigkeit Weleda AG) und Volker Krause (Geschäftsführender Gesellschafter der Bohlsener Mühle) u.a. über den wirtschaftspolitischen Rahmen von gemeinwohlorientierten Unternehmen im Bio-Bereich diskutieren.

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Schule und nachhaltiges Wirtschaften: Was lernen die Umweltprofis von morgen?

Gemeinsam mit artefact, dem Zentrum für nachhaltige Entwicklung, führt UnternehmensGrün am 22. Februar die Veranstaltung „Schüler_innen und nachhaltige Unternehmen – wie vermitteln wir erfolgreich grünes Wirtschaften?“ in Glücksburg durch. Während des Workshops berichten die Schülerinnen und Schüler von ihren Erfahrungen im Projekt „Umweltprofis von morgen“ in Schleswig-Holstein. Zudem werden Themen wie Green Economy und nachhaltige Bilanzierung besprochen. Anmeldungen sind über das Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume, möglich.    

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Unternehmensgespräche: Wirtschaftspolitik für werteorientierte Unternehmen

Die Berliner Unternehmensgespräche gehen in die 5. Runde! Am 22. Februar ab 18 Uhr dreht es sich dieses Mal um die Frage: „Welche Wirtschaftspolitik wollen werteorientierte Unternehmen?“ Dazu stellen drei Verbände der Wirtschaftswende ihre Konzepte und Leitlinien vor. Im anschließenden OpenSpace sind die Perspektive und Bedürfnisse der Unternehmerinnen und Unternehmer gefragt. Die Berliner Unternehmensgespräche wird gemeinsam von UnternehmensGrün, Gemeinwohl-Ökonomie und taz – Die Tageszeitung veranstaltet. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung: herzog[at]unternehmensgruen.de

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Neue Mitglieder

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Unser 200stes Mitglied: Die Molkerei der Bio-Bauern

Die Upländer Bauernmolkerei wird seit 1996 von den Bio-Bäuerinnen und-Bauern in eigener Regie geführt. Das Konzept der Molkerei ist regional. Der größte Teil der Milchprodukte wird an Kunden in das Gebiet geliefert, aus dem die Milch stammt. Das Unternehmen unterstützt regionale Strukturen und setzt sich dafür ein, dass Bio-Bauern auch in Zukunft einen fairen Milchpreis erhalten. Seit über 20 Jahren setzt sich die Upländer Bauernmolkerei für faire Milchpreise, den Erhalt kleinbäuerlichen Strukturen und für eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft ein. Um diese Ziele zu erreichen, müssen auch die Rahmenbedingungen passen. Besonders gegen Gentechnik in der Landwirtschaft und in Lebensmitteln engagiert sich das Unternehmen schon seit langem. Aktuell engagiert sich die Upländer Bauernmolkerei auf vielfältige Weise im Widerstand gegen das geplanten Freihandelsabkommen CETA.

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Karriere mit Sinn: Leadership-Programm für Verantwortungskräfte

On Purpose ist eine Gemeinschaft, die Sinn über Profit setzt und wirtschaftliches Handeln mit sozialem sowie ökologischem Bewusstsein verbindet. Über das Leadership-Programm ermöglicht das Unternehmen ambitionierten und erfahrenen Projektmanagern Karriere und Sinn zu verbinden.  Die Programmteilnehmer_innen kommen aus Unternehmen, die von Airbus bis Zalando reichen, und brennen darauf Projekte bei Partnerorganisationen im Nachhaltigkeitsbereich umzusetzen. Ihr Ziel: Eine langfristige Karriere im Nachhaltigkeitssektor zu beginnen.

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Kommunikation: Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit

Ahnen&Enkel, der Name steht für Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit. Die Agentur wurde 2013 gegründet und arbeitet für Verbände, Unternehmen und Einzelpersonen der Umwelt- und Energiebranchen. Die Agentur berät ihre Kunden bei der strategischen Ausrichtung ihrer Öffentlichkeitsarbeit (Inhalte, Zielgruppen, Formate, Timing), organisiert Workshops, produziert Magazine, schreibt Fachartikel und Meinungsbeiträge (mit denen sich ihre Kunden teure Anzeigenschaltungen ersparen), recherchiert Studien (die den Kunden Öffentlichkeit verschaffen) oder schreibt "nur" ihre Pressemitteilungen und versendet diese an einen gut gepflegten Presseverteiler.

Gründungspartner Kai Weller: „Zu unseren Kunden zählt UnternehmensGrün – wir freuen uns, die Arbeit des Verbandes jetzt auch als Mitglied zu unterstützen.“

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In eigener Sache

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Zurück aus Elternzeit: Sabine Reichert unterstützt Bildungsprojekte

Sabine Reichert ist zurück aus der Elternzeit und nun im Projekt „Umweltprofis von morgen“ in Baden-Württemberg tätig. Sie arbeitet seit 2013 für UnternehmensGrün. Die studierte Politologin mit den Schwerpunkten Energie-, Klima- und Umweltpolitik interessiert sich für alternative Wirtschaftsformen und engagiert sich seit ihrer Jugend für „grüne“ Themen. Außerdem bringt sie Hauserfahrung im Bundestag und Bundesämtern mit.

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Öko-Lebensmittel: AöL und UnternehmensGrün vereinbaren enge Zusammenarbeit

Wirtschaft und Ökologie sind kein Widerspruch. Mit diesem Leitsatz gründete sich nicht nur der nachhaltige Wirtschaftsverband UnternehmensGrün – er trägt auch die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V. seit vielen Jahren. Die Verbände haben sich 2017 als gegenseitige Fördermitglieder anerkannt. Geschäftsführer Dr. Alexander Beck (AöL) freut sich über die gegenseitige Mitgliedschaft: „Wir sind Lebensmittelhersteller und Unternehmen und haben somit viele gemeinsame Themen mit UnternehmensGrün. Durch die Zusammenarbeit können wir unsere Kräfte bündeln und effektiver unsere Ideen für ein sozial ökologisches Wirtschaftssystem vorantreiben.“ (Weiter zur Pressemitteilung)

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