Newsletter

November 2016

---

Liebe Leserinnen und Leser,

seit gestern tagt in Marrakesch die UN-Klimakonferenz – und was macht der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung? Natürlich muss sich der Plan am Paris-Abkommen messen lassen – das haben wir in einer gemeinsamen Unternehmenserklärung bekräftigt. Wir fordern auch, dass Unternehmen, die schon jetzt die Grundlage für eine nachhaltige Wirtschaftswende legen, belohnt werden.

Gute Beispiele aus dem Bereich der Kreislaufwirtschaft stellen wir im Rahmen unserer Berliner Unternehmensgespräche #4 vor: Herwart Wilms (REMONDIS) und Timothy Glaz (Werner & Mertz) diskutieren mit uns über politische Rahmenbedingungen für die Circular Economy (15.11., taz Café, Berlin).

Wir wollten außerdem wissen: Was macht eigentlich grünen Start-Ups das Leben schwer? Lesen Sie hier die ersten Ergebnisse unserer Befragung unter europäischen Gründerinnen und Gründern.

P.S. Eine Nachlese zur Jahrestagung finden Sie auf unserer Website. Zum Nachhören gibt es die Keynote „Warum wir eine Agrar- und Ernährungsrevolution brauchen“ von Ursula Hudson (Vorsitzende Slow Food Deutschland) sowie die Podiumsdiskussion nun auch online.

Herzliche Grüße

Ihre Katharina Reuter

---

Politik

---

Klimaschutzplan 2050: Wir fordern klare Signale und Ziele

Der Klimaschutzplan 2050 als zentrale Rahmensetzung für Deutschlands Beitrag zur Umsetzung der globalen Klimaziele muss sich am Paris-Abkommen messen lassen! Das fordert UnternehmensGrün gemeinsam mit anderen Unternehmen. Für die Wirtschaft sei es von großer Bedeutung, dass vom Klimaschutzplan das eindeutige Signal ausgehe, Deutschland werde die in Paris gemachten Zusagen umsetzen. Außerdem forderte Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin von UnternehmensGrün: „Wir müssen endlich anfangen, die Unternehmen zu belohnen, die schon heute die Grundlage für die nachhaltige Wirtschaftswende schaffen. Denn mit Mogelpackungen, wie sie uns die Autobauer gerade vorführen, werden wir die Arbeitsplätze der Zukunft nicht sichern“ (weiterlesen).

---

Offener Brief I: Ambitionierte Überarbeitung der EU-Energieeffizienz-Direktive

Gemeinsam mit anderen NGOs fordert UnternehmensGrün in einem offenen Brief an EU-Kommissionpräsident Jean-Claude Juncker eine ambitionierte Überarbeitung der EU-Energieeffizienz Direktive. Eine Kernforderung besteht darin, das Energieeinsparungsziel bis 2030 auf 40% zu erhöhen. Den ganzen Brief können Sie hier lesen (auf Englisch).

---

Offener Brief II: Ehrgeizige und verbindliche Recyclingziele

UnternehmensGrün kritisiert im Rahmen von ACES (Alliance for Circular Economy Solutions) gemeinsam mit anderen NGOs die Verhinderung höherer Recyclingquoten durch die Bundesregierung. NGOs, Think Tanks und Unternehmensgruppen haben deshalb alle 28 EU-Umweltminister angeschrieben, um sie darin aufzufordern ehrgeizige und verbindliche Recyclingziele zu verabschieden und der zunehmenden Abfallverbrennung entgegen zu wirken (hier weiterlesen).

---

 Aus unseren Projekten

---

Greening Europe’s Economy: Online Action Day

Was sind die größten Herausforderungen für grüne Start-ups? Was sagen Politiker_innen zur Kreislaufwirtschaft? Mit diesen Fragen hat sich UnternehmensGrün am Online-Aktionstag (27.10.201) beschäftigt, der im Rahmen des Projektes „Greening Europe’s Economy“ durchgeführt wurde. An dem Tag wurden u.a. die ersten Ergebnisse einer europaweiten Umfrage unter Start-ups veröffentlicht. Parallel lief ein Twitter-Interview mit dem grünen Europaabgeordneten und Ko-Vorsitzenden der Europäischen Grünen Partei Reinhard Bütikofer. Einen Einblick gibt es hier.

Das Projekt „Greening Europe’s Economy“ wird gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.          

---

StartGreen@School: Neues Projekt im Rahmen der Nationalen Klima-Initiative gestartet

Was man in der Jugend nicht lernt… Gemeinsam mit den Partnern Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit, Institut Futur der FU Berlin und BildungsCent e.V. hat UnternehmensGrün zum 01.10.2016 das Projekt „StartGreen@School“ gestartet. Hauptziel des Projektes ist es, an Schulen eine nachhaltige Gründungskultur zu fördern und damit langfristig über innovative Gründungen die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Franziska Keich, Projektleiterin StartGreen@School, betont: „Die Integration von Nachhaltigkeit und Klimaschutz in die Entrepreneurship Education und die Vernetzung von Schulen und grüner Wirtschaft liegen uns am Herzen. Aber auch die Vermittlung von Gestaltungskompetenzen für eine kohlendioxidarme Wirtschaft und die Förderung einer nachhaltigen Berufsorientierung kommen nicht zu kurz – denn davon profitieren die Schülerinnen und Schüler.“

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

---

Aus unserem Netzwerk

---

Unsere Mitglieder gehen voran: oekom erster Verlag im DNK

Auf Grundlage des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) des Rats für Nachhaltige Entwicklung berichtet unser langjähriges Mitglied, der oekom verlag, über seine unternehmerischen Nachhaltigkeitsleistungen. In der Entsprechenserklärung macht oekom Angaben zu den 20 Kriterien aus den Bereichen Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft. Beispielsweise informiert der Verlag darüber, bis zu welcher Tiefe der Wertschöpfungskette Nachhaltigkeitskriterien überprüft werden. Außerdem gibt der Verlag Auskunft über seinen Ressourcenverbrauch und über Maßnahmen, die es ergriffen hat, um Ressourcen zu schonen.

---

Vorstand: Unternehmensstrategien im Anthropozän

UnternehmensGrün-Vorstand Gerd Hofielen führt derzeit eine Studie in Zusammenarbeit mit dem Institut for Advanced Sustainability Studies durch. Dabei geht es darum, die Haltungen und Weltsichten von ethisch motivierten Unternehmen besser zu verstehen. Was denken sie über das Wirtschaften, was anderen Unternehmern entgeht?

Mit diesem Einblick sollen weitere Unternehmen inspiriert werden, ebenfalls den Weg des nachhaltigen Wirtschaftens einzuschlagen. Gerd Hofielen: "Wir werden kaum die konventionellen, ausschließlich auf Finanzziele achtenden Unternehmen erreichen, aber es gibt eine große Anzahl von Unternehmer_innen, die sich die Frage nach dem Sinn stellen. Denen möchten wir positive Beispiele und verstärkende Inspiration anbieten."

Gerd Hofielen führt im Rahmen dieses Projekts auch Interviews mit Unternehmer_innen aus dem UnternehmensGrün-Netzwerk durch. Die Resultate werden im März 2017 erwartet.

---

Nachhaltigkeitsmanagement: WIN-Charta in Baden-Württemberg

Die WIN-Charta des Landes Baden-Württemberg ist ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem speziell für kleine und mittlere Unternehmen. Mit der WIN-Charta wird nachhaltiges Wirtschaften gewürdigt und in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht – mit einem vertretbaren Aufwand bei den teilnehmenden Mittelständlern. In einem Interview mit dem Forum Nachhaltig Wirtschaften sprechen Peter Wüstner, Regierungsdirektor im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, und Kerstin Kohler, Leiterin Umweltmanagement bei der Sick AG in Waldkirch, über die Charta und aus ihr resultierende Pflichten für Unternehmen.

---

Praktisch: Online-Tool zur Stakeholderanalyse

Im Rahmen des Umweltpakt-Projekts „Anspruchsgruppenanalyse und –dialog“ haben zehn bayerische Betriebe zusammen mit externer Expertise praxisnahe Arbeitsmaterialien für eine umfassende und einfach adaptierbare Stakeholderanalyse erarbeitet. Mit dem Serviceangebot aus praxiserprobten, kostenlosen Arbeitsmaterialien (Leitfaden, Poster, Arbeitsblatt und Präsentation) können Unternehmen mit und ohne Umweltmanagementsystem eine Anspruchsgruppenanalyse durchführen.

---

Ausgezeichnet: FairFilm gewinnt Preis als beste Nachwuchsfilmer

Beim Innsbruck Nature Film Festival 2016 hat unser Mitglied, die Fair Film Productions, einen Preis als beste Nachwuchsfilmer gewonnen. Janis Klinkenberg wurde für seinen Film „Unesco Welterbe – Alte Buchenwälder Deutschlands“ ausgezeichnet.

Der Film zeigt die deutschen Teilgebiete des UNESCO Welterbes "Alte Buchenwälder". Er zeigt die einzigartigen Buchenlandschaften sowie das ganze Spektrum unterschiedlicher Höhenstufen - von der Meeresküste über Tief- und Hügelland bis zur oberen Waldgrenze im Gebirge.

---

Buchtipp: Bewertung unternehmerischer Nachhaltigkeit

Nachhaltig will heute fast jede Organisation sein. Dabei wird „Nachhaltigkeit“ oft als Leit- und Sinnbild für alles Mögliche genutzt, ohne den konkreten ökonomischen, ökologischen und sozialen Nutzen zu erfassen. Nachhaltigkeit wird auch nur selten nach strategischen oder operativen Leistungskriterien auf den Prüfstein gestellt und konsequent in diesem Sinne optimiert. Wie sich eine aussagekräftige Bestandsaufnahme über die Nachhaltigkeitsleistung und die Qualität der eingesetzten Managementinstrumente durchführen lässt, erfahren Sie in dem Buch „Bewertung unternehmerischer Nachhaltigkeit“, herausgegeben von Prof. Dr. Anja Grothe.

---

Neue Mitglieder

---

Tropische Produkte aus naturnaher Erzeugung in Permakultur

Die PuroVerde eG ist eine im März 2015 gegründete Genossenschaft mit Sitz in Freiburg, die mit über 300 Mitgliedern die Entwicklung, den Anbau und den Handel von Erzeugnissen aus einer nachhaltigen tropischen Land- und Forstwirtschaft betreibt. Ausgangspunkt ist ein Praxisprojekt, das seit 2007 in Costa Rica besteht. Dort werden ehemalige Weideflächen mit einheimischen Arten und in Mischkulturen aufgeforstet und seit einigen Jahren Feldfrüchte im Waldfeldbau, mit Permakultur-Methoden und in Bio-Qualität angebaut. Ziel der Genossenschaft ist es, für tropische Produkte eine transparente Wertschöpfungskette aufzubauen, die Konsumenten in Deutschland und Europa näher an die Produzenten heranrückt, und in der Verantwortung für eine ressourcenschonende regionale Wirtschaftsentwicklung im Erzeugerland übernommen wird.

---

Mit gemeinsam genutzten Autos CO2 und Fläche sparen

Das Berliner Startup GETAWAY ist im Bereich privates Carsharing aktiv. Eine innovative Technologie macht das Vermieten des eigenen Autos in Standzeiten einfacher und sicherer als je zuvor. Führerscheinbesitzer können ihr Wunschauto über die GETAWAY-App in der Nähe finden und sofort losfahren. Von der effizienteren Auslastung profitiert die Umwelt: Denn bis zu 20 konventionelle Autos können laut Carsharing-Studien durch ein effizient genutztes Auto kompensiert werden. Das spart Flächen und CO2-Emmissionen. Städte und Kommunen, auch jenseits der Großstadtzentren, profitieren durch ein höheres Mobilitätsangebot, bessere Stadt-Umland-Vernetzung und Flächenentlastungseffekte von bis zu 228qm je teilnehmendem Auto. Zudem verbleibt der Großteil der Einnahmen bei den Mensch vor Ort - ohne zusätzliche Investitionen.

Jetzt gratis GETAWAY-AutoKit für weniger Autokosten und mehr Klimaschutz sichern unter www.GET-A-WAY.com  

---

Veranstaltungen

---

Berliner Unternehmensgespräche #4: Kreislaufwirtschaft

Auf Europäischer Ebene wird über die Circular Economy (Kreislaufwirtschaft) heiß diskutiert. Politische Entscheidungen zu Recyclingquoten, Ecodesign und die Ausweitung der Produzentenverantwortung stehen an. Aber was heißt das für die Unternehmen? Wir stellen an diesem Abend dar, wie dramatisch notwendig die Kreislaufwirtschaft ist. Dazu freuen wir uns über einen Einblick von Herwart Wilms (REMONDIS). Andererseits interessieren uns die Lösungen, die Unternehmen heute schon anbieten. Was sind die Herausforderungen beim Recycling? Wie gelingt eine Cradle to Cradle-Zertifzierung für Produkte? Dazu wird Timothy Glaz (Werner & Mertz) über geschlossene Kreisläufe im Sinne einer maximalen Nachhaltigkeit berichten.

Am 15.11.2016, 18.00, taz.cafe Berlin (Rudi-Dutschke-Straße 23, 10969 Berlin)

Anmeldung: keich[at]unternehmensgruen.de

---

Nachlese Jahrestagung: „Landwirtschaft – ein Schlüsselthema“

Das Motto der diesjährigen UnternehmensGrün-Jahrestagung lautete: „Essen und Trinken ist politisch!“. Die Veranstaltung zeigte, dass Ernährung ein Thema ist, das viele Menschen politisiert. Diskutiert wurde u.a. mit Ursula Hudson (Vorsitzende Slow Food Deutschland), Rudolf Bühler (Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch-Hall) und anderen Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden. Einen ausführlichen Bericht finden Sie auf unserer Homepage.

---

Energy Democray: Buchvorstellung bei unserem Mitglied fesa e.V. in Freiburg

Am 22. November 2016 stellen der amerikanische Publizist und Energieblogger Craig Morris und sein Coautor Arne Jungjohann ihr neues Buch „Energy Democracy“ vor. Die Autoren zeigen auf, dass die Energiewende aufgrund der hohen Beteiligung der Bürger_innen hierzulande weltweit nahezu einmalig ist. Organisiert wird die Veranstaltung von fesa e.V., Paradigma Deutschland GmbH, Green City Freiburg und dem Agenda 21 Büro Freiburg. Informationen und Anmeldung hier.

---
---