Newsletter

Juni 2016

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Liebe Newsletter-Abonnent_innen, liebe Unternehmer_innen,

Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integrieren, das ist eine der großen Aufgaben – und Chance! - vor denen die Wirtschaft und Gesellschaft steht. Welche Ansätze UnternehmensGrün bei diesem Thema verfolgt, lesen Sie in unserem aktuellen Positionspapier.

Weitere Themen, die unseren Verband gerade beschäftigen: Die Auswirkungen von TTIP auf die Sustainable Development Goals (Sustainability Drinks) und auf die mittelständischen Unternehmen (Bundestreffen der Regionalbewegung), das Abwürgen der Energiewende (Kommentar zum EEG; LEE-Unternehmertag) und grüne Start-up Ideen im Foodbereich (Next Organic).

„Essen und Trinken ist politisch!“, so lautet übrigens der (Arbeits-)Titel unserer diesjährigen Jahrestagung, die am 21. Oktober in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung in Berlin stattfindet. Merken Sie sich den Termin doch schon mal vor!

Mit sonnigen Grüßen, Ihre

Franziska Keich

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Punktesystem: Brücke zur geregelten Einwanderung bauen

UnternehmensGrün fordert verstärkte Anstrengungen zur Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt und die rasche Verabschiedung eines Einwanderungsgesetzes. Der Verband schlägt in seinem aktuellen Positionspapier ein Punktesystem vor, mit dem der Anspruch auf ein dauerhaftes Bleiberecht erworben werden kann.

„Wer es innerhalb eines bestimmten Zeitraums schafft, sich ausreichende Sprachkenntnisse anzueignen, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden und erfolgreich an einem Integrationskurs teilgenommen hat, sollte Anspruch auf ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland haben. Die entsprechenden Qualifikationen und Voraussetzungen könnten über ein Punktesystem nachgewiesen werden, in das auch noch ehrenamtliches oder soziales Engagement einfließen könnte. Über ein derartiges Punktesystem wäre es auch möglich, den Familiennachzug zu regeln“, so UnternehmensGrün-Vorstand Gottfried Härle.

>> Zur Pressemitteilung

>> Zum Positionspapier

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EEG 1: Vergünstigungen an Energieeffizienznachweise knüpfen

Das Bundeskabinett hat kürzlich vereinbart, eine Regelung zu finden, nach der stromkostenintensive Unternehmen zukünftig maximal 20 % der EEG-Umlage zahlen müssen. Die Befreiungen werden dadurch ausgeweitet. Im Koalitionsvertrag steht, dass die Begünstigung an die Umsetzung von wirtschaftlich und technisch sinnvollen Energieeffizienzmaßnahmen geknüpft werden soll. Der Bundesverband der grünen Wirtschaft kritisiert diese Entscheidung und weist darauf hin, dass mit diesen Industrieausnahmen ein unfairer Wettbewerbsvorteil für große Unternehmen zementiert wird. Katharina Reuter erklärt dazu: „Unsere Mitgliedsunternehmen zeigen, wie Energieeffizienz geht und tragen mit klimaneutralen Lösungen zur Transformation der Wirtschaft bei. Die Bundesregierung stellt sich mit der heutigen Entscheidung gegen den innovativen Mittelstand und bevorteilt weiter stromintensive Großindustrie. Das ist ungerecht.“ Und weiter: „EEG-Vergünstigungen müssen an Energieeffizienznachweise geknüpft sein – alles andere macht nach Paris keinen Sinn.

 

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EEG 2: Stromsteuer bedroht dezentrale Energiewende

Die Bundesregierung plant, künftig auch selbst verbrauchten Ökostrom mit der Stromsteuer zu belasten. Solche Ideen würgen die Energiewende ab. Dies ist aus unserer Sicht unverantwortlich und wir stimmen Julia Verlinden, der Sprecherin für Energiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, zu, wenn sie sagt: „Die Bundesregierung nimmt die Energiewende von allen Seiten in die Zange. Nach den jüngsten EEG-Plänen, die den Neubau von Erneuerbaren Energien massiv bremsen werden, zielt sie bei der Stromsteuer nun auch noch auf bestehende Ökostrom-Anlagen. Mit der Stromsteuer auf selbstverbrauchten Solar- und KWK-Strom bedroht die Bundesregierung die Wirtschaftlichkeit von Kleinkraftwerken und behindert so gezielt den Umbau unserer Energieversorgung. Gerade jetzt ist die Entlastung der Stromnetze durch mehr Eigenverbrauch und regionale Vermarktung ausgesprochen sinnvoll. Doch statt die Nutzung von Ökostrom vor Ort zu unterstützen, errichtet die Regierung immer neue Hürden. Das bedeutet eine Rolle rückwärts für die dezentrale Energiewende!“

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LEE-Unternehmertag: Neue Energie für NRW

„Das EEG darf nicht kaputt reformiert werden!“, forderte Katharina Reuter für den Bundesverband der grünen Wirtschaft im Rahmen des LEE-Unternehmertags in Duisburg (LEE – Landesverband Erneuerbare Energien NRW). Unter dem Motto „Neue Energie für die Wirtschaft in NRW“ diskutierten Vertreter_innen aus Wirtschaft und Verbänden mit Politiker_innen praxisnahe Beispiele aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien.

Durch die ständigen Reformen des EEG befänden sich die Unternehmen der Branche in „permanenter Verunsicherung“, zeigte sich Johannes Remmel, Umweltminister des Landes Nordrhein-Westfalen, besorgt. Dies behindere dringend notwendige Investitionen in die nachhaltige Stromerzeugung. Zurzeit wird unter anderem über die Einführung einer Ausbaudeckelung für Erneuerbaren Energien in Höhe von 40% bis 2025 diskutiert. Gleichzeitig wird die Besteuerung von Eigenstrom weiter forciert. Für die Zukunft prognostizierte Umweltminister Remmel eine dezentrale Stromproduktion, die an einen dezentralen Verbrauch gekoppelt ist (weiterlesen).

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TTIP 1: Das Handwerk verliert bei CETA und TTIP

Die Wirtschaftsinitiative „KMU gegen TTIP“ hat ein neues Faktenblatt veröffentlicht. In der Informationsreihe "TTIP in der Diskussion" werden diesmal die Risiken der geplanten Freihandelsabkommen für die Handwerksbetriebe öffentlich gemacht (Faktenblatt Handwerk). Neben Rainer Söntgerath (NRW) ist unser Vorstand Gottfried Härle, der sich ebenfalls in der Initiative engagiert, Co-Autor des Papiers. „Handwerksunternehmen haben selten die Kapazitäten, sich an internationalen Ausschreibungen zu beteiligen“, erklärt Schreinermeister Rainer Söntgerath. „Im Gegenzug würden aber international operierende Unternehmen in unseren Markt drängen, die nicht unsere handwerklichen Qualitätsstandards erfüllen.“ Handwerksbetriebe fürchten durch TTIP vor allem neuen und unfairen Wettbewerb. So wollen die Verhandlungsführer, dass Unternehmen beiderseits des Atlantiks einen leichteren Zugang zum jeweiligen öffentlichen Beschaffungswesen des Partnerlandes bekommen. „Buy-local“-Regelungen sollen abgebaut werden. Eine aktuelle Umfrage von Handwerk International Baden-Württemberg zeigt, dass 79% der Handwerksbetriebe TTIP kritisch sehen.

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TTIP 2: Auswirkung von TTIP auf die SDGs – geht das zusammen?

Welchen Einfluss hat TTIP auf die Ziele Nachhaltiger Entwicklung? Diese Frage stellte UnternehmensGrün im Rahmen Sustainability Drinks – einer regelmäßig stattfindenden Diskussionsrunde, die von GreenBuzz Berlin e.V. im betahaus Berlin ausgerichtet wird. Auf dem Podium diskutierten Jürgen Maier (Forum Umwelt und Entwicklung), Guido Körber, Geschäftsführer von Code Mercenaries und Vertreter der Initiative KMU gegen TTIP sowie Julia Thrul als Nachhaltigkeitsexpertin. Die Moderation übernahm Gerd Hofielen, Vorstandsmitglied von UnternehmensGrün. Ihre gemeinsame Aussage: „Nach derzeitigem Verhandlungsstatus ist TTIP nicht mit den SDGs vereinbar!“ Warum das so ist, erfahren Sie in einem ausführlichen Bericht auf unserer Homepage.

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Ausgezeichnet: Next Organic prämiert grüne Start-ups

Auch in diesem Jahr ging es wieder um den guten und nachhaltigen Essensgenuss: Vom 22.-23. Mai fand die Next Organic in Berlin statt. UnternehmensGrün war mit einem Stand vertreten und Katharina Reuter moderierte gleich zwei Veranstaltungen. Zum einen führte sie durch die Podiumsdiskussion „Bio-Landwirtschaft im Wandel. Welche Hindernisse haben junge Bio-Landwirte in der Region?“ und zum anderen überreichte sie, zusammen mit der Jury, den Next Organic Berlin Startup-Award an die Gewinner_innen. „Radikale Gegenentwürfe zur Globalisierung sind notwendig“ stellte Reuter fest. Und: „Produzenten, Verarbeitung, Handel & Gastronomie müssen in Berlin noch viel mehr miteinander am Tisch sitzen und über Qualitätspartnerschaften reden!“ Der Veranstaltungsbericht sowie die Gewinner_innen aus den Kategorien Handel, Manufaktur, Hersteller und Erzeuger des Next Organic Berlin Startup-Awards finden sich auf unserer Homepage.

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Greening der Berufe: mach grün! geht online

Unser Verbundprojekt „mach grün! Berufe entdecken und gestalten“ ist online. Auf der Homepage sind neben allgemeinen Informationen zum Projekt auch Materialien zum „Greening der Berufe“ zu finden. Im Laufe des Projektes soll zudem eine Landkarte mit Leuchtturmbeispielen aus der Welt der nachhaltigen Unternehmen entstehen. „mach grün!“ wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms des BMUB „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf (BBNE)“ durchgeführt. Das Projekt bietet jungen Menschen zwischen 14 und 25 Jahren Erlebnisräume zur Erkundung des „Greenings“ der Berufe. Im Zentrum stehen Workcamps zur Berufsorientierung. Einen ersten Einblick in das Projekt liefert der Bericht zur Auftaktveranstaltung in NRW.

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Endspurt: Umweltprofis präsentieren Ergebnisse

Die Umweltprofis von morgen gehen in den Endspurt! Die Schüler_innen haben verschiedene Projekte in nachhaltigen Unternehmen geplant und umgesetzt: So entwickelten die Junior_innen vom TG Ravensburg in Baden-Württemberg für den ViktualienMarkt der Stadt eine Facebookseite und einen Onlineshop. In Nordrhein-Westfalen erstellten Schüler_innen der Lessing Schule Bochum zusammen mit dem Unternehmen TROLL eine CO2 Bilanz des Unternehmens sowie der einzelnen Produkte von der Entstehung bis zum Verkauf. Für diese und alle weiteren Projekte werden die Junior_innen und Trainees demnächst mit einer Nachhaltigkeitsqualifikation ausgezeichnet. Der vollständige Bericht und alle weiteren Informationen zur Urkundenübergabe sind hier zu finden: Homepage.

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Gründerwettbewerb: Green Alley Award

Als einzige Auszeichnung für Start-ups der Kreislaufwirtschaft, die sich gezielt mit den Herausforderungen der Wegwerfgesellschaft, Ressourcenknappheit und Rückgewinnung von Rohstoffen auseinandersetzen, gibt es in Europa den Green Alley Award. Bis zum 27. Juli 2016 können sich grüne Gründer_innen aus ganz Europa mit Geschäftsideen für die Kreislaufwirtschaft und mit neuen Sichtweisen auf die Ressource Abfall für den Gründerpreis von Green Alley und der Crowdfunding-Plattform Seedmatch bewerben. Ob klassisches Pitch Deck oder kreatives Video – die Online-Bewerbung ist einfach und unkompliziert. Der Gründerpreis wurde 2014 ins Leben gerufen und fördert seitdem Innovationen für eine nachhaltige Wirtschaft auf europäischer Ebene.

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Tipp: Nachhaltigkeitsszene in Wien entdecken

Im Rahmen der europäischen Vernetzung arbeiten wir mit der „Grünen Wirtschaft“ in Österreich zusammen. Was Sie vielleicht noch nicht wussten: Wien steckt voller nachhaltiger Hot Spots: ob Lebensmittel, Naturkosmetik oder Souvenirs – es gibt viel zu entdecken. Passend dazu bietet Sabrina Haupt von „Ich mache es anders“ Touren an, auf denen sie die Teilnehmer_innen auf eine Entdeckungsreise zu nachhaltigen Start-Ups, Initiativen und „alte Hasen“ mitnimmt. Je nachdem, welche Bezirke bzw. welche Produkte (Bekleidung, Kosmetik, Lebensmittel, FAIRTRADE) man sucht, erkundet man mit Sabrina Unternehmen, die mit ihren Ideen alles „anders machen“. Sabrina’s Motto ist: „It´s easy being green – Just do it!" Weitere Informationen zum nachhaltigen Tourkonzept finden sich auf ihrer Website.

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Regionalgruppe Rhein-Ruhr: CSR-Richtlinie und Erbschaftssteuer

Am 01.07.2016 findet das nächste Treffen der UnternehmensGrün-Regionalgruppe Rhein-Ruhr statt (Kulinarischer Bahnhof LUKAS, Essen-Kupferdreh). Diskutiert werden die Themen nicht-finanzielle Berichterstattung sowie eine mögliche Reform der Erbschaftssteuer. Alle interessierten Mitglieder und Nicht-Mitglieder sind herzlich zu einem regen Austausch eingeladen. 

UnternehmensGrün hat in den verschiedenen Regionen Regionalgruppen (Rhein-Ruhr, Berlin, Oberschwaben-Allgäu), die sich in regelmäßigen Abständen treffen. Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, oder eine neue Regionalgruppe aufbauen möchten, können Sie sich gerne an die Geschäftsstelle (keich[at]unternehmensgruen.de) wenden. Die Treffen sind für alle Interessierten offen. Termine entnehmen Sie unserer Homepage.

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In eigener Sache: Praktikant/in für Projektmanagement gesucht!

Wir brauchen Verstärkung. Ab Juli suchen wir für die Dauer von drei bis sechs Monaten ein/e Praktikant/in im Bereich Projektmanagement. Auf den/die neue Mitarbeiter/in wartet Mitwirkung in unserem nachhaltigen Bildungsprojekt „Umweltprofis von morgen“, Social Media Kommunikation und Veranstaltungsmanagement. Außerdem brauchen wir Unterstützung im allgemeinen Tagesgeschäft. Mitbringen sollten der/die Bewerber/in u.a.: Interesse für die Themen nachhaltige Wirtschaftspolitik und Green Economy und idealerweise Erfahrung im Umgang mit CMS-Systemen (z.B. WordPress). Die komplette Stellenausschreibung kann auf www.greenjobs.de nachgelesen werden.

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Neue Mitglieder I

OmniCert Umweltgutachter GmbH

OmniCert hat sich nicht nur mit seinen renommierten Umweltgutachtern einen Namen gemacht – sondern auch als nachhaltiger Zertifizierer. Als Umweltgutachterorganisation mit mittlerweile sieben EMAS Umweltgutachtern zertifiziert OmniCert seit 2009 EMAS, ISO14001 und Cradle to Cradle. Das Unternehmen ist ein aktiver Gestalter der Energiewende. Kunden wie Greenpeace Energy e.G., Deutsche Bahn, Naturstrom AG, die Stadt München oder die Umweltbank wissen das zu schätzen. Das Unternehmen wurde 2009 von Thorsten Grantner gegründet und beschäftigt heute 26 Mitarbeiter­_innen. Grantner ist seit 2010 Mitglied im Umweltgutachterausschuss des Umweltministeriums (BMUB). Ganz frisch ist die Ernennung durch die Deutsche Akkreditierungsstelle als „DAkkS-akkreditierte Zertifizierungsstelle" für Energieeffizienz und Managementsysteme.

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Neue Mitglieder II

Pollion GmbH / biopinio-App

Die POLLION GmbH ist ein Startup im Bereich mobiler Marktforschung. Mit der biopinio-App bietet Pollion ein neuartiges Tool an, um Feedback von nachhaltig orientierten, bioaffinen und auch vegan-vegetarischen Endverbrauchern für verschiedenste Fragestellungen aus Produktentwicklung, Verpackungsdesign, Markenpositionierung und Trendforschung u.v.m. einzusetzen. Durch Nutzung von App-Technologie sind sehr schnelle Antwortzeiten und sehr hohe Antwortquoten erreichbar. Pollion bietet außerdem Beratung durch erfahrene Marktforscher bei der Studienkonzeption oder dem Fragebogendesign und die bequeme Auswertung der Befragungen an.

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