Newsletter

Dezember 2015

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Liebe Newsletter-Abonnent_innen, liebe Unternehmer_innen,

während in Paris die UN-Klimaverhandlungen laufen, wird es für die vielen Flüchtlinge in den Notunterkünften empfindlich kalt.

Mit Paris verknüpfen viele Klimadiplomaten in NGOs und Politik große Hoffnungen – die Gefahr einer erneuten Ernüchterung wie damals in Kopenhagen hängt dräuend über den Verhandlungen. Konkrete und verbindliche Vereinbarungen sind aber mehr als nötig, wenn wir die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius beziehungsweise 1,5 Grad begrenzen wollen.

Geplante Megaprojekte wie das Freihandelsabkommen TTIP stehen übrigens unseren Klimaschutzzielen diametral entgegen. Die OECD kommt in ihrer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass das Frachtvolumen im internationalen Frachtverkehr in den nächsten dreißig Jahren um den Faktor 4 zunimmt. Unsere Klimaschutzanstrengungen würden damit zunichtemacht.

Warum TTIP auch für den Mittelstand eine Reihe von Risiken beinhaltet, führt unser Vorstandsmitglied Gottfried Härle in einem Gastkommentar auf EurActiv.de aus. Gemeinsam mit Branchenkollegen wurde Brauer Härle im rbb-Fernsehen zu den konkreten Auswirkungen von TTIP auf kleine Brauereien, gentechnikfreie Rohstoffe und die Kennzeichnung von Bier interviewt: rbb, TV-Beitrag: Bier im Freihandel

Unsere Geschäftsstelle macht über die Feiertage eine Pause – und wir freuen uns, Sie im neuen Jahr an dieser Stelle wieder begrüßen zu dürfen.

Herzliche Grüße

Ihre Katharina Reuter

P.S.: Warum wir uns über die Auszeichnung von Lebensbaum mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis (s.u.) besonders freuen? Weil Lebensbaum unser erstes Neu-Mitglied des Jahres 2016 sein wird! Herzlich willkommen!

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Kreislaufwirtschaft: Dachverband Ecopreneur.eu kritisiert wenig ambitioniertes Paket

Am 2. Dezember hat UnternehmensGrün zusammen mit seinen Partnern aus Frankreich, Spanien, Österreich und den Niederlanden den europäischen Dachverband Ecopreneur.eu offiziell im Europäischen Parlament vorgestellt. Auf Einladung von Reinhard Bütikofer, Abgeordneter im EU-Parlament und Ko-Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei, präsentierte sich der neue Verband vor Vertreter_innen aus Politik und Zivilgesellschaft. Im Laufe der Veranstaltung wurden die Verbandspositionen zu aktuellen Themen wie Kreislaufwirtschaft, Grüner Aktionsplan für kleine und mittlere Unternehmen und TTIP vorgestellt. Einen Bericht mit den Präsentationen finden Sie auf der Homepage von Ecopreneur.eu (auf Englisch).

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COP21: Klimaschutz aus unternehmerischer Perspektive

UnternehmensGrün ist Mitglied der Klima-Allianz Deutschland und bringt über dieses Bündnis energie- und klimapolitische Forderungen in die Politik ein. Im Vorfeld der COP21 wurde dazu ein entsprechendes Positionspapier vorgelegt, in dem die Dringlichkeit eines globalen Abkommens erläutert wird, dessen verbindliche Maßnahmen so gestaltet werden müssen, dass sie die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius beziehungsweise 1,5 Grad begrenzen. Ambitionierter Klimaschutz rechnet sich auch volkswirtschaftlich. Prof. Hohmeyer (Flensburg) zeigt mit seiner Studie, dass der volkswirtschaftliche Nutzen des Klimaschutzes schon 2050 dreimal so groß wie die Kosten ist. Auch UnternehmensGrün war mit seinen europäischen Partner im Voraus des COP21 aktiv. Einen Bericht gibt es auf unserer Homepage.

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Echte Pioniere ausgezeichnet

Am 27. November wurde in Düsseldorf der Deutsche Nachhaltigkeitspreis verliehen. Der Preis prämiert Unternehmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen besonders erfolgreich ökologische und soziale Herausforderungen annehmen und Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Chance nutzen. UnternehmensGrün war als institutioneller Partner beteiligt.

Dr. Katharina Reuter moderierte das Dialogforum „Markenführung im Zeichen der Ressourcenbesteuerung“. UnternehmensGrün gratuliert ganz besonders den echten Pionieren der Nachhaltigkeit unter den Preisträgern. Dies sind

• Lebensbaum / Ulrich Walter GmbH (Nachhaltigstes Mittelgroßes Unternehmen)

• Bohlsener Mühle GmbH & Co. KG (Nachhaltigstes KMU)

• VAUDE Sport GmbH & Co. KG (Nachhaltigste Marke)

 Einen persönlichen Bericht von der Preisverleihung finden Sie auf unserer Homepage.

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Umweltprofis von morgen: Neue Projektdurchläufe gestartet

Die „Umweltprofis von morgen“ sind erfolgreich in ein neues Schuljahr gestartet: Seit Herbst 2015 führen wir unsere Bildungsprojekte in Baden-Württemberg und zum ersten Mal auch in Nordrhein-Westfalen durch.

In Baden-Württemberg sind in diesem Jahr bereits zum 6. Mal Junior_innen und Unternehmen, gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, beteiligt. Die über 100 Schüler_innen engagieren sich in mehr als 20 Unternehmen für Nachhaltigkeit und grünes Wirtschaften. Auch das erstmalig in NRW umgesetzte Projekt, gefördert durch die „Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen“, ist gut gestartet. In mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen engagieren sich über 65 Schüler_innen und ca. 10 Unternehmen, die derzeit gemeinsam nachhaltige Projekte umsetzen.

Einen kurzen Überblick gibt es auch auf unserer Homepage.

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TTIP: Juristische Debatte über Schiedsgerichte & Co.

Rechtsanwalt und UnternehmensGrün-Vorstand Klaus Stähle sprach auf dem Kongress der kritischen Jurist_innen zu rechtspolitischen Aspekten von TTIP. Stähle ging auf Beispiele und Kosten von Schiedsgerichtsklagen, die Problematik des Regulatory Chilling und auf das Primat des Öffentlichen Rechts ein.

Zum „Geschäftsmodell Vertragsgerichte“ sagte Stähle: „Nach Schätzungen von Insidern sind bei 25 von 30 aktuellen Investor-Staat-Klagen die Top 3 der Kanzleien, Freshfields Bruckhaus Deringer, White & Case, King & Spalding befasst. Es darf daher gefragt werden, welcher Kreis hier überhaupt über was entscheidet. Das Geschäft ist nicht nur profitabel. Die Kanzleien haben selbstverständlich auch Interesse sich auf diesem Gebiet zu spezialisieren und das Geschäftsfeld auszuweiten. Selbstverständlich werden auch Investoren zu Klagen motiviert mit Broschüren, die etwa Luther Anwälte auf den Markt brachten mit Titeln wie „Hilfe, ich werde enteignet!“ und Werbung wie „Die mögliche Vielfalt schädlichen staatlichen Handelns ist praktisch unbegrenzt“, unterlegt mit Beispielen wie neue Steuern oder Umweltgesetze.“

Den Vortrag in voller Länge finden Sie auf unserer Homepage.

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Bewerbungsaufruf: Umweltpreis 2016

Bereits zum 17. Mal können sich Unternehmen und Selbständige aus Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistung für den baden-württembergischen Umweltpreis bewerben. Mit dem Preis zeichnet die Landesregierung außergewöhnliche Leistungen im Bereich des betrieblichen Umweltschutzes und des nachhaltigen Wirtschaftens aus.

Die Bewerbungsfrist endet am 31. Januar 2016. Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen und Selbständige mit einem Unternehmensstandort in Baden-Württemberg. Die Bewerbungsunterlagen finden Sie auf der Homepage des Umweltministeriums.

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StartGreen Award: Grüne Gründungen ausgezeichnet

Am 19. November 2015 fand im Bundesumweltministerium in Berlin die Verleihung des StartGreen Awards statt. UnternehmensGrün war als Partner dabei und Vorstandsmitglied Axel Kaiser Teil der Jury: „Wir gratulieren allen Finalisten und besonders den Gewinnern! Diese Start-ups zeigen vorbildlich, wie grünes Gründen geht. Wenn junge Unternehmer_innen das Thema Nachhaltigkeit weiterdenken, verdient das Anerkennung und Öffentlichkeit!“

Ausgezeichnt wurden: Sulfotools entwickelte die Clean Peptide Technology, die es ermöglicht, giftige organische Lösungsmittel im chemischen Herstellungsprozess zu ersetzen. e3 computing GmbH lizenziert mit dem eCube Concept ein Verfahren, mit dem Betreiber von Rechenzentren Energie, Fläche, Raumvolumen und damit Emissionen sparen können. Emission Partner GmbH & Co. KG (Katalysatoren für Biogasmotoren) und Sonnenbatterie (intelligenter Stromspeicher, der überschüssigen Solarstrom speichert) teilten sich den Preis in der Kategorie „Junges Unternehmen“. In der Kategorie Gründungsförderer wurde Grünhof ausgezeichnet, weil hier Co-Working, aktive Netzwerkarbeit und innovative Förderprogramme zusammengebracht werden. Weitere Informationen gibt es auf unserer Homepage.

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Next Economy Award: Chemiewende und weitere nachhaltige Gründungsideen

Noch ein Preis für nachhaltige, grüne Gründungen. Nach dem StartGreen Award fand am 26. November die Verleihung des Next Economy Awards statt. Dieser wurde erstmals von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) vergeben. UnternehmensGrün fungiert für diesen Wettbewerb als institutioneller Partner – da grüne Gründungen für die Transformation der Wirtschaft einen wichtigen Beitrag leisten.

• Food: Apisystems GmbH – Bienenvölker werden immer häufiger von der tödlichen Varroamilbe befallen. Apisystems GmbH bekämpft den Erreger auf natürliche Weise – mit Wärme.

• Renewables: Aquakin GmbH – Innovativer Anbieter von Kleinstwasserkraftwerken

• Resources: DexLeChem GmbH bietet smarte Hightech-Lösungen aus der Perspektive der grünen Chemie, die wirtschaftliche und ökologische Vorteile miteinander verbinden. Das Leistungsspektrum der Katalyse-Experten reicht von der Prozessoptimierung bis zur Entwicklung innovativer Synthesen.

• Digitality: Design for Circularity bietet zirkuläre Design & Systeminnovationen für Modelabels sowie ein Netzwerk für intelligente und effektive geschlossene Materialkreisläufe durch das selbstentwickelte EXTENDED CLOSED LOOP Modell. Dies basiert auf der Verbindung von 1. Innovativem Design für Reuse&Recycling 2. Reuse in einem zirkulären Businessmodel und 3. einer qualitätserhaltenden Recycling-Infrastruktur.

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Konfliktrohstoffe: Alternative Rochstoffwoche diskutierte Lösungen

Der Arbeitskreis Rohstoffe (Netzwerk von deutschen Nichtregierungsorganisationen für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz) veranstaltete vom 19. Oktober bis 27. Oktober die 2. Alternative Rohstoffwoche.

Es gibt aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft ein gemeinsames Verständnis darüber, dass verbindliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette eingeführt werden sollten, wenn sogenannte „Konfliktrohstoffe“ genutzt werden. Auch UnternehmensGrün war mit Julia Thrul (Referentin für Handelspolitik, UnternehmensGrün) auf dem Podium zum Thema „Rohstoffkonflikte und die Verantwortung Deutschlands“ vertreten. Sie betonte u.a. den hohen Nutzen verbindlicher Vorgaben, da ethisch verantwortlich handelnde Unternehmen dann nicht mehr benachteiligt werden würden. Den Bericht finden Sie hier.

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Buch-Tipp: Richtig rechnen! (Christian Hiß)

Diejenigen, die die Wirtschaft im umfassenden Sinne transformieren wollen, fordern seit Jahrzehnten die Internalisierung externer Kosten. Vereinfacht gesagt, die Preise von Produkten sollen am Ende die ökologische und soziale Wahrheit sagen. Christian Hiß hat mit seinem Buch diesen Ansatz nun auf die Betriebswirtschaft übertragen. Am Beispiel der Landwirtschaft macht er deutlich, dass Betriebe falsch beurteilt  werden, wenn Bilanzen nicht Auskunft über die Aufwendungen für den Erhalt fruchtbaren Bodens, die Qualifizierung der Mitarbeiter_innen oder das Nutzen regenerativer Energien geben. Die falsche Bewertung führt u.a. dazu, dass Investoren, Finanzbehörden und die interessierte Öffentlichkeit über den wahren Wert des unternehmerischen Handelns getäuscht werden.

Christian Hiß beschreibt, wie man das ändern kann. Wer sich also von Buchhaltung und Bilanzierung nicht abschrecken lässt, dem- oder derjenigen legen wir „Richtig rechnen!“ ans Herz. Das Buch vermittelt in leicht verdaulichen Kapiteln, wie der derzeitigen wirtschaftlichen Kurzsichtigkeit entgegengesteuert werden kann. Hiß ist geschäftsführender Vorstand der Freiburger Regionalwert AG, Mitglied bei UnternehmensGrün, und Träger des Sonderpreises „Social Entrepreneur“ des Dt. Nachhaltigkeitspreises.

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Neue Mitglieder I: Ackerhelden GmbH

Ganz einfach Gemüse selbst anbauen! Die Ackerhelden vermieten bundesweit Gemüseäcker in verbandszertifizierter Bioqualität. Jeder Acker wird mit über 20 Reihen Biogemüse vorbepflanzt, für die Saison von Mai bis November erhalten die Kunden zusätzlich weitere Jungpflanzen und ein großes Sortiment an Bio-Saatgut. So können die “Ackerhelden“ im Laufe einer Saison über 40 Sorten knackfrisches Biogemüse ernten.

Mit der Bereitstellung von Gartengeräten und einer intensiven Beratung „vom Acker bis in die Küche“ gibt es ein Rundum-Paket, das Unterstützung bietet. Mit ihrem Konzept sind die Ackerhelden offizieller Partner des ökologischen Anbauverbands Bioland.

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Neue Mitglieder II: Green Business Development

Green Business Development ist eine Beratungsagentur für nachhaltige Unternehmensentwicklung in Deutschland. Die Beratungsagentur fokussiert sich auf Unternehmen und Start-Ups aus dem In- und Ausland, die nachhaltige Produkte erfolgreich im Markt einführen oder entwickeln möchten. Hervorzuheben ist die besondere Expertise an der Schnittstelle zwischen Green und Digital Economy.

Der Beratungsansatz beinhaltet die Geschäftsfeldanalyse, die Entwicklung der Geschäftsfeldstrategie sowie die erfolgreiche Implementierung im Markt. Daneben ist Green Business Development aktiv im Zusammenbringen von Start-ups mit Inkubatoren, Investoren und strategischen Partnern aus der Wirtschaft. 

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In eigener Sache: Verstärkung in der Geschäftsstelle

Stefanie Herzog (M.Sc.) studierte Forstwissenschaften, Waldökologie und Holzbiologie in Göttingen. Nach dem Studium war Frau Herzog an der Georg-August-Universität Göttingen als wissenschaftliche Mitarbeiterin sowie in einem mittelständischen Unternehmen für Projektmanagement und berufliche Weiterbildung tätig. Ehrenamtlich engagiert sie sich im Kulturbereich und ist vor allem bei der Organisation eines jährlich stattfindenden Musik-Festivals beteiligt. Frau Herzog hat ein gutes Händchen für die Öffentlichkeitsarbeit, u.a. in den Bereichen Social Media und Websiteentwicklung. Bei UnternehmensGrün e.V. ist Stefanie Herzog als Projektmitarbeiterin tätig und unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit.

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