Newsletter

Juni 2015

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Liebe Newsletter-Abonnent*innen,

am Freitag, 5.6.2015, ist World Environment Day und unser europäischer Dachverband Ecopreneur.eu organisiert mit 350.org ein Event in Barcelona. Unter dem Titel „Divest from Fossils – Invest in Green Business“ werden alternative Finanzierungsmodelle aufgezeigt und grüne Startups präsentieren ihre Lösungsansätze.

Damit auch künftig Investitionen in nachhaltigen Wirtschaftsmodelle erfolgreich sind, müssen die Erwartungen und Befürchtungen von kleinen und mittleren Unternehmen an das geplante Freihandelsabkommen TTIP ernst genommen werden. Wir haben daher einen Sonder-Themenfeld zu TTIP & KMU online gestellt, inklusive kritischer Unternehmensstimmen. Eine kritische Stellungnahme zum aktuellen Bericht der EU-Kommission zu Auswirkungen von TTIP auf KMUs lesen Sie hier (in Englisch).

Bei diesen und allen weiteren Neuigkeiten wünsche ich Ihnen eine inspirierende Lektüre,

herzliche Grüße

Anne Büchel, Referentin für Handelspolitik und Mittelstand

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Event: Grüne Wirtschaft statt Kohle & Öl fördern

#Divest from Fossils, Invest in Green Business! Die jüngste Entscheidung aus Norwegen, dass sich der norwegische Pensionsfonds als größter Staatsfonds der Welt aus dem Geschäft mit der Kohle zurückziehen soll, zeigt, wie es geht.

Am World Environment Day (5.6.2015) organisieren 350.org und Ecopreneur.eu ein „Green Startup Event“ im Impact Hub Barcelona. Veranstaltungspartner ist u.a. die GLS Bank, Mitglied bei UnternehmensGrün. Die GLS Bank spricht über ihre Erfahrungen mit alternativen Finanzierungsmodellen für nachhaltige Wirtschaftsinitiativen. Grüne Startups aus verschiedenen europäischen Ländern stellen ihre Projekte vor. Die Pressemitteilung und anschließende Veranstaltungsberichte, finden Sie auf Ecopreneur.eu.

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TTIP: Stimmen aus dem Mittelstand zum geplanten Freihandelsabkommen

UnternehmensGrün vertritt besonders die Interessen von kleinen und mittleren Unternehmen auf politischer Ebene. Bisherige Veröffentlichungen rund um das Freihandelsabkommen TTIP zeigen, dass hauptsächlich große Konzernstrukturen von diesem profitieren würden. Daher widmet sich ein eigenes Themenfeld auf der Verbandswebseite diesem Thema. Mit Unterstützung der Schöpflin Stiftung führt UnternehmensGrün zurzeit eine Befragung von KMUs durch, um zu erfahren, was sie von TTIP erwarten und welche Befürchtungen sie haben. Ein kurzes Video, das die Unternehmer_innen zu Wort kommen lässt, finden Sie hier.

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Interview: Wie fair kann IT sein?

Faire IT steht für sozial gerechte und umweltverträgliche Herstellung von IT-Produkten mit größtmöglicher Transparenz in der Lieferkette. Zu diesem Thema hat UnternehmensGrün Joachim Bühler, Mitglied der Geschäftsführung von BITKOM – dem Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, befragt. Der Verband vertritt mehr als 2.200 Unternehmen der digitalen Wirtschaft. Zur Frage welche Chancen faire IT auf dem Markt hat, meint er „Der allgemeine Trend geht schon seit einigen Jahren  in Richtung Nachhaltigkeit. […]Wir haben festgestellt, dass Verbraucher durchaus bereit sind, mehr Geld für nachhaltige Produkte auszugeben.“ Hier lesen Sie das ganze Interview.

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Next Economy Award: Der neue Preis für die Wirtschaft von morgen

Der Wettbewerb um den Next Economy Award (NEA), Deutschlands neuen Preis für grüne Gründer, ist gestartet. Als institutioneller Partner des Next Economy Awards freut sich UnternehmensGrün den Wettbewerbsaufruf 2015 zu präsentieren. Der NEA prämiert Startups, die mit innovativen Geschäftsmodellen für soziale und ökologische Verbesserungen sorgen und damit die „nächste“, nachhaltigere Wirtschaft mitgestalten wollen. Bis zum 31. Juli 2015 können sich Unternehmen aller Branchen bewerben, die in den letzten drei Jahren in Deutschland gegründet wurden. Die Teilnahme erfolgt online und ist kostenfrei.


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Kammern: Beitragsvergleich für ganz Deutschland

Ein einheitlicher Kammerbeitrag in allen Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern in Deutschland? Nicht ganz! In einem detaillierten Vergleich stellt der Bundesverband für freie Kammern e.V. (bffk) die Beitragsunterschiede dar. So fordere die IHK Stuttgart einen maximalen Grundbeitrag von maximal 168 Euro selbst von Milliardenkonzernen. In München könne dieser Grundbeitrag aber bis auf 10.000 Euro ansteigen. Die Niederrheinische IHK hingegen hält als maximalen Grundbeitrag zzt. 4.563 Euro für angemessen. Es sei unglaublich, so Kai Boeddinghaus (Bundesgeschäftsführer des bffk) in seinem Gastbeitrag, dass „gerade die Wirtschaftsorganisation, die lautstark von staatlichen Stellen eine Harmonisierung von Steuern und Abgaben fordert, sich eine unglaubliche Kleinstaaterei leistet.“  

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Pilot-Projekt: Nachhaltigkeitszertifizierung für Dienstleistung und Handel

Das CSE-Zeichen ist das erste Nachhaltigkeitssiegel mit definierten Kriterien und bezieht sich im Gegensatz zu Produktzertifizierungen auf das gesamte Unternehmen. Der CSE Standard deckt die Umweltnorm ISO 14001 ab und beinhaltet einen Abfrage der Indikatoren gemäß GRI -Global Report Initiative. Unternehmen, die nach dem CSE Standard zertifiziert wurden, dürfen ihre Produkte mit dem CSE Zeichen ausloben. Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeit glaubhaft, verifizierbar und einfach kommunizieren möchten, sind eingeladen, sich an dem zukunftsweisenden Projekt zu beteiligen und damit ihre Vorreiterrolle im nachhaltigen Wirtschaften auszubauen. Weitere Informationen gibt es hier. Bei Interesse an einer Teilnahme, kontaktieren Sie bitte Sophie von Lilienfeld-Toal (Geschäftsführerin Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsethik, Mitglied bei UnternehmensGrün).

 

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Standpunkte unserer Mitglieder: Nachhaltige Mode

„Die Herstellung neuer Kleidung geht mit erheblichen Belastungen für Mensch und Umwelt einher. Second Hand hilft, und zwar deutlich mehr als die eifrig diskutierten, aber schwer realisierbaren Verbesserungen bei den Produzenten. Ein neues T-Shirt kostet - vom Baumwollfeld bis zur Ladentheke - Rohstoffe vom Gewicht eines Elefanten. Ein HUMANA Second Hand T-Shirt hingegen kostet nur Rohstoffe vom Gewicht einer Maus. Die meiste ausrangierte Kleidung in unseren Gefilden ist noch tragbar und hat noch zwei Drittel ihrer Lebenszeit vor sich. Kleidung gehört daher nicht in den Müll; Reißwolf und Verbrennung dürfen nur der letzte Ausweg sein. Sammlung, Sortierung und Verkauf gehören in erfahrene Hände mit nachweislich hoher Wieder-Trage-Quote. Wir müssen weg von der Wegwerfgesellschaft. Helfen Sie mit! Aber haken Sie nach bei Verwertungsquoten: sie schließen Reißwolf und Verbrennung mit ein. Fragen Sie nach der Wieder-Trage-Quote!“

Kåre Dahne, Geschäftsführer von UnternehmensGrün-Mitglied HUMANA Kleidersammlung GmbH, erschienen im Forum Nachhaltig Wirtschaften.

 

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Energiewende: Konkrete Lösungsansätze

Wie erreichen wir die Energiewende konkret? Diese Frage stellt der Schweizer Unternehmer, Autor und Umweltaktivist Josef Jenni in seinem kürzlich erschienenen Buch. Er konstatiert, dass das Erreichen der Energiewende eigentlich ganz einfach sei: „Wir müssen sehr viel weniger nicht erneuerbare umweltzerstörende Energie und Rohstoffe verbrauchen.“ Er ruft daher zum konkreten Handeln auf und beschreibt verschiedenste Lösungsansätze für Unternehmen und Privathaushalte, die durch die Nutzung von Erneuerbaren Energien und neuen Technologien zur Ressourceneinsparung und somit zur Energiewende beitragen. 

Weitere Informationen sowie Kontaktadressen zur Bestellung des Buches, gibt es hier.

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Neue Mitglieder I: stratum GmbH

 „Eine bessere Welt braucht Profis“ – mit diesem Claim tritt die Beratungsagentur stratum an. Im Fokus der Beratungs- und Entwicklungsleistungen von stratum stehen einerseits Non-Profit-Organisationen, denen stratum helfen möchte, ihre ideellen Ziele auch ökonomisch und marktorientiert zu verstehen und mit einer Unternehmer-Einstellung umzusetzen. Andererseits profitieren auch Wirtschaftsunternehmen von der stratum-Expertise zu Nachhaltigkeit, CSR und Social Entrepreneurship. stratum ist 2006 nach einem erfolgreichen Beratungsprojekt im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gegründet worden.

„Wir sind Mitglied, weil hier unternehmerische Initiative im Vordergrund steht - und nicht Funktionärsdenken.“ (Richard Häusler, Geschäftsführer stratum GmbH)

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Neue Mitglieder II: ReUse e.V. 

Der ReUse-Verein ist aus einem Projekt der Technischen Universität Berlin zur Wiederverwendung von IT-Technik entstanden. Heute sind die entwickelten Modelle auch bei allen anderen Elektro- und Elektronikgeräten anwendbar. Der gemeinnützige Verein ist auf dem Gebiet des Natur- und Umweltschutzes, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit tätig, fördert die Bildung und Erziehung auf dem Gebiet der Wiederverwendung von elektr(on)ischen Produkten, unterstützt die Herstellung netzwerkbasierter Kooperationsstrukturen, informiert die Öffentlichkeit über die Nutzungsmöglichkeiten und beteiligt sich an wissenschaftlichen Forschungsprojekten.

„Als Verein streben wir nach einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung verbunden mit hoher Qualität bei Produkten und Ressourcenschonung“, so Vorstandsmitglied Gerhard Kast. 

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In eigener Sache: Verstärkung in der Geschäftsstelle

Seit Ende Mai arbeitet Julia Thrul bei UnternehmensGrün Bereich der europäischen Vernetzung und Handelspolitik, v.a. zum geplanten Freihandelsabkommen TTIP. Julia Thrul, gelernte Bankkauffrau und Wertpapierhändlerin, hat lange im Bereich Training von Führungskräften gearbeitet, u.a. als Gastdozentin für MBA-Studenten. In London studierte sie Internationales Menschenrecht mit dem Schwerpunkt Verantwortung von Multinationalen Organisationen in der globalen Wirtschaft. Sie hält einen „Master of Laws in Human Rights“ (LLM). Zuletzt unterstützte sie verschiedene NGOs in Großbritannien in den Themenfeldern Korruption, Klimawandel und TTIP.

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Einladung: Preisverleihung Green Product Award

Zur Preisverleihung und Ausstellung laden wir als Partner des Green Product Award am 8.6.2015 um 13 Uhr (IHK Berlin, Fasanenstraße 85, 10623 Berlin) herzlich ein. Das Ziel des Green Product Award ist, Designer_innen zu motivieren, bei der Entwicklung von Produkten verstärkt Themen der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Gleichzeitig möchte der Preis mit innovativen Designimpulsen auch Hersteller darin bestärken, neue nachhaltige Materialien und Verfahren zu nutzen. Die Plattform Green Product Award versteht sich auch als Netzwerk für einen „grünen“ Design-Wissenstransfer, als Netzwerk, das Menschen aus Design, Produktion und Forschung die Möglichkeit gibt, die Produkte der Zukunft zu entwickeln, zu präsentieren und zu vermarkten.

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