Newsletter

März 2015

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Liebe Newsletter-Abonnent*innen,

die Kritik am Freihandelsabkommen TTIP ist weiterhin in aller Munde. Jüngst schaltete sich Starkoch Jamie Oliver in die Debatte ein: Er warnt vor dem Abkommen, da es u.a. das EU-Verbote von Wachstumshormonen in der Fleischproduktion umgehe und damit die Existenz von heimischen Betrieben bedrohe. Auch Thilo Bode, Gründer der Verbraucherorganisation foodwatch, kommt in seinem gerade erschienen Buch „TTIP – Die Freihandelslüge“ zu dem Fazit: TTIP muss gestoppt werden!

Der März bringt viele interessante Veranstaltungen - unter anderem zu den Themen Wachstum, Gentechnikfreiheit auf dem Acker, Grüne Revolution und (Urbane) Mobilität, zu denen wir Sie herzlich einladen. Weiterhin berichten wir über neue Mitglieder, unseren Leitfaden zum Thema Green IT, Cradle to Cradle und die Nachhaltigkeitsberichterstattung im Mittelstand.

In diesem Sinne wünsche ich eine spannende Lektüre,

Ihre Sabine Reichert

P.S.: Ab April wird mich unsere neue Kollegin Franziska Keich in der Geschäftsstelle vertreten. Ich gehe in Mutterschutz und Elternzeit – übrigens ebenfalls soziale Innovationen, die es in den USA in dieser Form nicht gibt und die es daher zu verteidigen gilt.

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Leitfaden: Let´s make IT green!

Die IT-Branche rückte in den letzten Jahren in Hinblick auf Arbeitsbedingungen und Rohstoffbeschaffung in den Fokus von Kritiker*innen. Auf die gesellschaftliche Diskussion folgten Innovationen wie das Fairphone und die „Öko-Maus“. Da die Verflechtung der IT, je nach Ausprägung der Nutzung im Unternehmen, immer stärker in sämtliche Geschäftsprozesse integriert ist, gewinnt Nachhaltigkeit auch in diesem Bereich an Bedeutung. Gerade kleine und mittlere Unternehmen setzen darauf, als Perspektive für die nachfolgende Generation. In einem Leitfaden zeigen die kaneo GmbH und UnternehmensGrün, inwieweit die Umsetzung einer IT-Infrastruktur unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und ökonomischer Aspekte gelingen kann.

 

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Interview: Eine Welt ohne Abfall

Nora Sophie Griefahn und Tim Janßen, Gründer und Geschäftsführer des gemeinnützigen Cradle to Cradle e.V. über die Idee einer Gesellschaft ohne Abfall.

oeko-fair.de: Frau Griefahn, Herr Janßen, Sie haben 2012 den Verein Cradle to Cradle e. V. gegründet. Worum geht es bei Cradle to Cradle?

Griefahn: Es geht bei dem Prinzip Cradle to Cradle zunächst einmal um ein ganz anderes Menschenbild, als es durch die momentane Nachhaltigkeitsdebatte geprägt ist. Nämlich Menschen als Nützlinge statt als Schädlinge zu betrachten. Dabei sollen Produkte von Anfang an so konzipiert werden, dass alle verwendeten Materialien am Ende der Nutzung wieder als Nährstoffe in biologische oder in technische Kreisläufe fließen können. Und Menschen einen positiven Fußabdruck auf diesem Planeten hinterlassen.

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Übrigens, UnternehmensGrün unterstützt unter anderem mit seiner Mitgliedschaft im Cradle to Cradle Verein dieses wichtige Anliegen.

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Diskussion: Wohlstand ohne Wachstum?

Im Rahmen der IÖW-Veranstaltung „Alternativen denken. Wirtschaft für Wohlstand und Lebensqualität. Ohne Wachstum – oder mit?“ am 4.3.2015 moderierte Katharina Reuter einen Workshop unter dem Titel „NetzWerkStatt“. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen wurde die Frage diskutiert, welche spezifischen Anforderungen Netzwerke und Kooperationen unter Postwachstumsakteuren aufweisen. Welche Modelle und Konstellationen für eine Zusammenarbeit gibt es? Wie finden Unternehmen die richtigen Partner, wie können aber auch politische Rahmenbedingungen angesprochen werden? Diese und weitere Fragen werden nicht nur von UnternehmensGrün-Mitgliedern im Rahmen der Verbandsarbeit, sondern auch in der Öffentlichkeit diskutiert.

 

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Netzwerk: Nachhaltigkeitsforum und INa Nachhaltigkeits-Award

Im Fokus des 12. Nachhaltigkeitsforums stehen am 21. April 2015 die Bemühungen von großen Städten im Bereich nachhaltiges Handeln. Veranstaltet wird das Forum von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Gesellschaft für Nachhaltigkeit e.V. (GfN). UnternehmensGrün hat sich der GfN als Vereinsmitglied angeschlossen, um auch die wissenschaftliche Debatte um nachhaltige Ökonomie zu verfolgen und weiter zu verbreiten. In interaktiven Workshops gewährt das Forum den Teilnehmer*innen eine Annäherung an das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Am Abend wird der INa Nachhaltigkeits-Awards verliehen, der 2015 erstmals vergeben wird. Eine Fachjury aus Professor*innen und externen Expert*innen, der auch UnternehmensGrün Geschäftsführerin Katharina Reuter angehört, wählen die besten drei wissenschaftlichen Arbeiten aus.

 

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CSR: Nachhaltigkeitsberichte für den Mittelstand

Mittelständische Betriebe machen weltweit mehr als 90 Prozent aller Unternehmen aus, erwirtschaften im Durchschnitt 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und beschäftigten 60 Prozent der Menschen. Eine neue Broschüre der Global Reporting Initiative (GRI) unterstützt Mittelständler bei ersten Schritten der Berichterstattung zu Nachhaltigkeit und CSR.

Die Broschüre stellt eine praxisnahe Anleitung zur Verfügung. Erfahrene mittelständische Unternehmen erläutern außerdem, welche Vorteile die Berichterstattung mit sich bringt und wie sie ihre Produktivität steigern sowie Kosten senken konnten. Hier können Sie die Handreichung in deutscher Sprache unter dem Titel "Bereit für den Nachhaltigkeitsbericht" herunterladen.

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Neue Mitglieder I: Food Assembly

Immer mehr Menschen wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und wie sie hergestellt werden. Food Assembly verbindet die Online-Direktvermarktung regionaler Produkte mit der Initiierung lokaler Wochenmärkte in Wohngebieten, wo sich bäuerliche Erzeuger*innen, Lebensmittelhandwerker und Konsumenten begegnen. Kunden können im persönlichen Gespräch Herkunft und Herstellungsweisen in Erfahrung bringen, Erzeuger erhalten Wertschätzung für Ihre Arbeit. Transparenz und Nahräumlichkeit tragen zu verantwortungsbewusstem Konsum bei, fördern regionale Wertschöpfung und Netzwerke und sensibilisieren für die sozialen und ökologischen Bedingungen eines nachhaltigen, zukunftsfähigen Ernährungssystems. 

„Wir von Food Assembly verstehen uns als Teil einer wachsenden Bewegung von Menschen, die wollen, dass ihre Lebensmittel nachhaltig produziert, gehandelt und konsumiert werden. In einem ökologisch ausgerichteten Unternehmerverband sehen wir uns daher in bester Gesellschaft,“ so Yatan Blumenthal, Geschäftsführer der Equanum GmbH (Food Assembly).

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Neue Mitglieder II: Biolüske

In einem ehemaligen Kino in Lichterfelde eröffnete Frank Lüske 2004 mit Biolüske einen Markt für echte Lebensmittel. Echt deshalb, weil die meisten Produkte biozertifiziert sind, darüber hinaus aber auch Produkte angeboten werden, die überzeugen. Neben der familiären Atmosphäre zeichnet sich das Unternehmen durch einen hohen Qualitätsanspruch aus. Biolüske pflegt den direkten Kontakt mit den Erzeugern und verkauft handwerklich Hergestelltes, Regionales, Saisonales und Besonderes. Alle, die bei Biolüske arbeiten, verbindet eine Leidenschaft für gute Lebensmittel, Kochen und Essen.

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In eigener Sache: Veranstaltungen im März

Im März ist in UnternehmensGrün gleich zweimal in Freiburg zu Gast. Am 13.03.2015 findet die Veranstaltung: „Wirtschaft und Werte: GVO-Freiheit sichern - Austausch von und für Unternehmerinnen und Unternehmer“ im Staatlichen Weinbauinstitut (Merzhauser Straße 119, 79100 Freiburg) statt. Sie dient als Plattform für Unternehmer*innen der Lebensmittelwirtschaft, die GVO-freie Lebensmittel anbieten und dies auch künftig tun wollen. Verbraucherminister Alexander Bonde führt ins Thema ein. Zur Veranstaltung laden das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gemeinsam mit dem Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e. V. und UnternehmensGrün e.V.

Am 26.03.2015 geht es  in der GLS Filiale Freiburg (Merzhauser Straße 177, 79100 Freiburg) um die Frage „Alles Wachstum oder was? Die grüne Revolution als Chance für eine zukunftsfähige Wirtschaft“. Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, stellt sein Buch „Intelligent wachsen: Die grüne Revolution“ vor und diskutiert anschließend mit Dr. Brigitte Dahlbender (Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg) und Wolfgang Heck (Life Food GmbH) über Deutschlands Potenzial als Vorreiter der grünen Transformation. Moderiert wird der Abend u.a. von Annette Bohland (Filialleiterin GLS Freiburg). 

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Messe: VELOBerlin

Pünktlich zum Frühlingsanfang am 21./ 22.März 2015 präsentiert sich die Fahrradbranche in Berlin: Die VELOBerlin ist Deutschlands größte Publikumsmesse in Sachen Fahrrad (-fahren). Die thematischen Schwerpunkte der diesjährigen Messe sind Radreise, Urbane Mobilität von morgen sowie das Fahrrad als Fortbewegungsmittel. Neben rund 250 Ausstellern der Branche wird auch Fahrradpionierin und langjähriges UnternehmensGrün-Mitglied Ulrike Saade mit ihrem Unternehmen Velokonzept auf der VELOBerlin vertreten sein. Besucher der Messe haben die Möglichkeit, sich über Neuheiten und Trends informieren, können gleichzeitig aber  auch in diversen Mitmachaktionen selbst aktiv  werden. Ein Besuch lohnt sich!

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